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geschrieben von StefanS am Sonntag, 05. November 2017 (506 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

David macht es einem nicht leicht


Legion Season 1Je weniger einem David Haller alias Legion und die Comicvorlage bekannt sind um so mehr enthüllen die acht Folgen der ersten Staffel über ihn und um so mehr Freude macht das Zuschauen. Klar ist, dass er einer der X-Men ist. Ansonsten bleibt vieles unklar und irritierend – und genau damit spielt diese optisch mal so völlig anders aufgemachte Superheldenserie. Wer vor „Twin Peaks“, „Matrix“, und „Inception“ kapituliert hat, der wird sich mit diesem Mix aus Traumsequenzen, Kammerspiel und intelligenter Abhandlung über Psyche und Erinnerungen schwer tun. Aber das Durchhalten lohnt sich.

Es ist ein Kampf, die Pilotfolge und auch dem Großteil der weiteren Episoden zu überstehen. Mal keine 0815-Superheldenstory zu erzählen ist überaus löblich, aber muss es denn gleich so obskur sein? Kann man nicht anders, innovativ und so lustig und unterhaltsam erzählen wie in der herrlichen britischen Superhelden-Serie „Misfits“? In den X-Men-Filmen gab es Sequenzen, in denen wir im Kopf von Professor X waren, in „Legion“ findet der Großteil der Handlung im Geist des jungen Helden David (Steve Haller) statt. Ähnlich wie in „Inception“ ist es schwer auseinanderzuhalten, was real ist und was in der Psyche der Figuren stattfindet. Für zusätzliche Verwirrungen sorgt Davids Liebe, die Mutantin Sydney „Syd“ Barrett (Rachel Keller), ihr ist es möglich durch Hautkontakt ihren Verstand in den Körper eines anderen Menschen zu transportieren. Moment, Syd Barrett? War das nicht das hoch kreative Mitglied der Band Pink Floyd, das allmählich völlig von seiner Geisteskrankheit lahmgelegt wurde? Genau. Ganz offensichtlich werden die 1960er und 1970er in dieser Serie zitiert, ihre Ideen von freier Liebe, Bewusstseinserweiterung, auch mit Hilfe von Musik und Drogen wie LSD, eine Auflehnung gegen das etablierte, kleingeistige, materielle, auf Leistung getrimmte System. Musik von Pink Floyd und anderen Künstlern untermalen gerade die Szenen, in denen endlich mal etwas vorangeht. Ein Großteil der Geschichte ist Stillstand und Rückschritt, Redundanz und Kunsthochschulgeschwurbel und Experimentierwut.

Legion Season 1

Nach und nach werden wichtige Informationen herausgearbeitet, diese Momente erinnern durchaus an die BBC-Serie „Sherlock“ und zunehmend gewöhnt man sich an den Look und Sound dieser ambitionierten Show, die ganz am Ende, wenn sich alles zu einem einzigen Filmerlebnis zusammensetzt, tatsächlich Spaß gemacht und spannende Fragen aufgeworfen hat: Wer bin ich und was beeinflusst mich? Wie viele meiner Gedanken, Ziele, Glaubenssätze stammen wirklich von mir, welche haben mir andere Menschen eingepflanzt? Was ist der Sinn des Lebens? Zwischendurch fragt man sich wohl möglich auch: Was hat das alles mit mir zu tun, warum wird das so behäbig und umständlich erzählt und wer hat so viel Zeit zum Fernsehen? Ob es nun wirklich wichtig war mitzuerleben, wie David Kirschkuchen essen will, bleibt rätselhaft wie auch manch andere Symbolik, generell aber scheint alles genau so notwendig und richtig zu sein wie es ist: kein typischer Superheldenfilm, in dem man von A nach B läuft und Konflikte nahezu ausschließlich mit physischer Gewalt löst, eher ein Erlebnis – im knappen Bonusmaterial erfahren wir, dass die Macher TV weniger als Medium zur Informationsvermittlung, sondern als Weg begreifen, um Gefühle zu vermitteln. Man kann die Geschichte in mehrere Richtungen deuten, durchaus auch als einfühlsame Einführung in psychische Erkrankungen wie Schizophrenie und Depressionen und in Therapien.

Legion Season 1

Die Bild- und Tonqualität der Blu-ray ist herausragend. Das audiovisuelle Erlebnis ist einzigartig, trotz mancher Szenen, die an bewusst verstörende, kunstvolle Werke wie sie ein David Lynch bietet, erinnern. Die Schauspielern und die Ausstattung sind brillant – ob die Handlung in den Sechzigern oder Siebzigern spielt bleibt dabei unklar, der Look jedenfalls wird von dieser Zeit dominiert.

Anders als Serien wie „Breaking Bad“, die ebenfalls sehr experimentierfreudig mit ungewohnten Perspektiven und Bildern sind, fehlt „Legion“ deren Witz und Leichtigkeit, das Ansehen mancher Szenen ist eine Qual, allerdings auch genau so gewollt, das Spielen mit dem Medium dürften den Machern eine große Freude bereitet haben. Anders als bei „Game of Thrones“, indem man nicht eine Sekunde unaufmerksam sein darf, um nichts Relevantes zu verpassen, hätte die Essenz von „Legion“ auch in einen Kinofilm gepasst und die Actionsequenzen in diesem Werk sind eher lächerlich.

Es ist erstaunlich in welch völlig unterschiedliche Richtung Comicvorlagen verwandelt werden können: „Legion“ ist nicht „Iron Man“, „Jessica Jones“ oder „Guardians of the Galaxy“, sondern eher etwas für Cineasten, die atypische Filme, die philosophische Fragen aufwerfen, wie „Unbreakable“ oder „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ schätzen, werden „Legion“ zu würdigen wissen. Fernsehen für die Schlaueren und Experimentierfreudigeren unter den Comicfans. Stefan Svik.

Wertung: 86 %

Legion Season 1
Genre: Superhelden / SF


Darsteller: Aubrey Plaza, Dan Stevens, Jean Smart, Katie Aselton
Regisseur: Scott Charles Stewart
Format: Letterboxed
Sprache: Italienisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Deutsch (DTS 5.1), Spanisch (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Deutsch, Italienisch, Spanisch
Region: Region B/2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Studio: 20th Century Fox Home Entertainment
Erscheinungstermin: 26. Oktober 2017
Spieldauer: 360 Minuten


Am Besten kauft man sich den Titel beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch... Legion Season 1 kann man aber auch hier kaufen

Legion Season 1

Trailer zu Legion

(c)opyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: 20th Century Fox Home Entertainment 2017
 
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