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geschrieben von StefanS am Sonntag, 09. April 2017 (2523 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Frauenrechtlerin mit Superkräften und knappem Outfit


Wonder Woman AnthologieAm 2. Juni 2017 ist Gal Gadot, nach „Batman V Superman“ (2016) zum zweiten Mal als Wonder Woman im Kampf für das Gute unterwegs. Mit genug Vorlaufzeit vor dem Kinostart von „Wonder Woman“ hat Panini einen weiteren Teil seiner edlen Hardcover-Anthologie-Reihe veröffentlicht, nach Batman, Flash und anderen Comic-Ikonen ist nun die Evolution der Heldin der Amazonen-Insel Themyscira von 1942 bis 2015 in kompakter Form erhältlich.

Der neue Hype um Wonder Woman, den das Model Gal Gadot, befeuert, wird in diesem Buch nahezu komplett ausgeblendet, betont wird das Zeitlose der Figur. Statt Gadot wurde Lynda Carter die Ehre zuteil im Vorwort von ihrer Zeit, 1975-1979, als TV-Superheldin zu berichten. Sie betont, welch positiven Einfluss die Heldin, mit Wurzeln in der griechischen Mythologie und dem knappen Outfit in den Farben der Flagge der USA, auf viele Mädchen hatte: eine starke, selbstbewusste und eigenständige Frau, die mittels unsichtbarem Flugzeug, Lasso der Wahrheit, aber vor allem mit Verstand Konflikte löste und dabei noch hervorragend aussah.

Wonder Woman Anthologie

Ob Wonder Woman durch ihr extrem körperbetontes, knappes Outfit nun eher Pin-Up und Erfüllung männlicher Fantasien ist und damit ein fragwürdiges Frauenbild propagiert oder ob sie vor allen ein Vorbild für emanzipierte Frauen ist, das eben Freude am spektakulären Auftritt und der eigenen Schönheit hat, bleibt bis heute umstritten. Jüngst wurde sie zur UN-Ehrenbotschafterin gewählt und die alte Debatte erneut entfacht.

Wonder Woman Anthologie

Liest man die in der Anthologie versammelten 18 Comics erhält man ein rundes Bild dieser Figur. Von den sehr einfach strukturierten und sehr schnell gezeichnet wirkenden Abenteuern der Anfangstage, von dem spät zu Comicehren gekommenen Erfínder der Figur, dem Psychologen William Moulton Marston (1893-1947), der im übrigen auch den Lügendetektor erfand bis hin zur sehr humorvollen Variante von Darwyn Cooke und J. Bone, in der der gute Bruce Wayne von Wonder Woman als eitler Gockel in einem Herrenclub mit Damen in Bunny-Kostümen ertappt wird über die rührende Variante in „Rettender Engel“, in der ein weiblicher Fan der Amazone im brutalen Krieg in Afghanistan Mut aus den Comics der Ikone schöpft. Dazwischen gibt es Wonder Woman in den verschiedensten Inkarnationen, von der bürgerlichen Geheimidentität als eher züchtig gekleideten, braven Sekretärin der 1940er und 1950er-Jahre über die befreienden, wesentlich sinnesfreudigen und körperbetonten 1960er bis hin zur Power-Frau und nachdenklichen Pazifistin, die sie seit den letzten Dekaden ist.

Wonder Woman Anthologie

Wie bei den bisherigen Anthologien folgt vor dem jeweiligen Comic eine ganzseitige Erläuterung zur Geschichte. Außerdem werden in kleinen Infokästen Autoren und Zeichner des Comics vorgestellt. Auf diese Weise werden Leseanreize für weitere Comics gegeben, wenn auch nicht so stark wie z. B. bei der Ausgabe zu Harley Quinn, bei der teils das Gefühl vermittelt wurde, dass die besten Comics wie „Harley Quinn: Mad Love“ doch noch erheblich unterhaltsamer sind als die in der Anthologie versammelten. Durch den redaktionellen Teil werden die Comics sehr gut verknüpft und der Eindruck verstärkt, der Figur wesentlich näher gekommen zu sein – ein ergänzendes Sachbuch ersetzten die Texte freilich nicht. Die Aufteilung in die vier Teile „Die Amazone“, „Die Prinzessin“, „Die Botschafterin“ und „Die Kriegerin“ wirkt hingegen etwas beliebig.

Wonder Woman Anthologie

Selbst wer sich nur wenig für Wonder Woman interessiert, bekommt mit diesem dicken Wälzer sehr viel fürs Geld geboten. Es ist überaus interessant, unterhaltsam und faszinierend, wie sich die DC-Comics über die Jahrzehnte verändert haben. Ein hervorragender Einstieg in die Welt von Wonder Woman!


Wertung: 92 %

Wonder Woman Anthologie
Genre: Superhelden
Text: William Moulton Marston, Dennis O'Neil, Gail Simone u.v.m.
Zeichnungen: Harry G. Peter, Mike Sekowsky, Yanick Paquette u.v.m.
Übersetzung aus dem Englischen: Steve Kups, Mandy Matz, Alexander Rösch
404 Seiten, Hardcover, farbig
Extras: Vorwort von Lynda Carter, ausführlicher redaktioneller Teil
2017 Panini Comics, 34,99 Euro


Am Besten kauft man sich den Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...Wonder Woman Anthologie kann man auch hier kaufen


Wonder Woman Anthologie


(c)opyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Panini Verlag 2017
 
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