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geschrieben von StefanS am Montag, 24. Oktober 2016 (791 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Doctor Strange oder wie ich lernte Magie zu akzeptieren



Doctor StrangeDr. Stephen Strange ist nicht Spider-Man und auch sonst ähnelt er den anderen Marvel-Helden wenig, ist er doch aus eigener Kraft zu einer Art Held geworden, der dank seiner Fähigkeiten als Chirurg Leben retten und Gutes tun kann. Kein Grund also für quälende Selbstzweifel, Strange genießt seinen Erfolg, lebt im Luxus und ist so sehr von sich selbst überzeugt, dass es gemeinhin als unsympathisch gilt. Seine Erfinder Steve Ditko und Stan Lee schufen mit dem Doctor aus der Comicserie Strange Tales 1963 einen etwas anderen Superhelden, dessen besondere Kraft die Magie war und der bis heute im Schatten der berühmteren Helden wie Spider-Man steht. Unter dem Radar zu fliegen bedeutet auch die Chance anders sein zu können als die üblichen Figuren, was hat der Film von Scott Derrickson aus dieser Chance herausgeholt?

Die „Harry Potter“-Generation ist jetzt in den Zwanzigern angekommen. Sie bekam mit Ant-Man, Deadpool und Guardians of the Galaxy die unbekannteren Underdogs als Helden serviert, die dank ihrer stark betonten Selbstironie auch einem Publikum gefallen dürfte, das Superhelden peinlich findet, zumal sie teils nicht mehr mit den Comics groß wurden. Ganz so weit geht Doctor Strange nicht, trotz gelegentlicher Klamauk-Einlagen (statt dem sprechenden Hut aus Harry Potter gibt es einen eigenwilligen Umhang, der 100 % zu Disney passt, denn dort leben ja selbst Tassen und Teekannen). Wobei ein Mönch in Nepal und seine Beschäftigung mit Beyoncé schon zu den vielen, lustigen Gags des Films zählt. Größtenteils ist der Mix aus Action, Drama und Humor gut gelungen.

Doctor Strange
Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) muss noch viel Skepsis ablegen, um vom Arzt zum Magier zu werden.

Doctor Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist eine ambivalente und anstrengende Person, dank seiner Weltklasse-Qualität als Chirurg hat er schon vielen Patienten geholfen, bei ihm ist allerdings weniger der Wunsch zu helfen Antrieb. Viel mehr geht es ihm um Ruhm und Reichtum. Sein Leben ändert sich abrupt als er mit seinem Luxussportwagen verunglückt. Zwar überlebt er, verliert aber die Fähigkeit seine Hände wieder so präzise einsetzen zu können, wie es als Chirurg nötig ist. Durch teure Behandlungen opfert Strange sein gesamtes Vermögen. Dann erfährt er von einer Behandlungsmöglichkeit in Nepal. In Asien angekommen lernt er die immer etwas spöttisch wirkende Die Älteste (Tilda Swinton) kennen, die Meisterin des Klosters. Dort wird, sehr zum Missfallen des überzeugten Naturwissenschaftlers Strange, auf Esoterik zurückgegriffen, wie er sie „aus dem Souvenir-Geschäft“ kennt, wie er es sarkastisch formuliert. Es folgt eine Ausbildung in Magie, um erst wieder neue Kraft zu tanken und letztlich einen Weltuntergang zu verhindern, den der ehemalige Schüler der Ältesten, der nun auf die dunkle Seite der Magie gewechselte Kaecillius (Mads Mikkelsen), auslösen will. Der Mann mit dem grauen Zopf und den schwarzen Augenringen versucht auch Strange davon zu überzeugen, dass das wichtigste Ziel sein muss den Tod zu besiegen und das dafür jedes Mittel recht ist und nur die dunkle Seite kann dies ermöglichen.

Doctor Strange

Dr. Christine Palmer (Rachel McAdams) und Dr. Strange (Benedict Cumberbatch) könnten ein schönes Paar sein, aber Strange ist dafür viel zu egozentrisch.

Die dunkle Seite und ehemalige Schüler: Star Wars. Umklappende Häuser und Aufhebung der Naturgesetze: Matrix. Fernöstliche Weisheiten, Kampfkunst und Humor in Asien: Kung-Fu-Panda und nochmal Star Wars (Meister Yoda). Ja, es werden viele Assoziationen geweckt in diesem Film und verglichen mit der Frühphase des Marvel-Film-Universums mit dem schwarzen Humor des Punishers, nach der Vorlage von Garth Ennis, oder den so grandiosen beiden ersten Spidey-Filmen von Sam Raimi wirkt Doctor Strange schon sehr routiniert und oft zu unterkühlt und künstlich. Als Spider-Man am Grabstein stand weckte das Emotionen beim Zuschauer, beim Doktor wirkt selbst die tragischste Szene mit der Ältesten aalglatt. Eher ein Film für den Kopf und die Lachmuskeln als fürs Herz. Am unterhaltsamsten ist die Skepsis von Strange gegenüber dem Hokuspokus, auch weil im Hinterkopf immer mitschwingt, dass hier DER Sherlock Holmes des 21. Jahrhundert zum Übernatürlichen bekehrt werden soll. Daraus entsteht viel Reibung und das fasziniert und unterhält besser als die läppischen Kämpfe, zumal der Oberschurke aussieht wie ein schlecht abgeschminktes, ergrautes Möchtegern-Mitglied der Rockgruppe KISS. Ein Schurke mit grauem Zopf und wallendem Gewand – das wirkt lachhaft und nie bedrohlich, X-Men: Apocolyps lässt grüßen.

Wie auch in den Comics zählen stellenweise die Bilder mehr als die Dialoge, wenn in magische Welten eingetaucht wird ist das teils eine echte Innovation des Marvel-Film-Universums, obwohl es das teils auch in Ant-Man gab, mitunter wirkt es aber wie Füllmaterial. Was bei den Avengers die opulenten Kämpfe sind, sind hier die Ausflüge in fremdartige Welten, die teils das fortsetzen was in Inception begonnen wurde, hier werden Häuser aber nicht bloß umgeklappt, nein, es wird sogar mit ihnen gespielt, fast so als wäre es der Lego-Movie für etwas größere Kids.

Doctor Strange
Magie erscheint dem Star-Chirurgen anfangs wie ein LSD-Rausch, diese Szenen verleihen dem Film ein Alleinstellungsmerkmal im Marvel-Universum.

Dem Geist der Comicvorlage von Ditko und Lee wird die Verfilmung durchaus gerecht. Der Film ist freilich erheblich komplexer, musste in Stranges Tales 110 mit gerade mal fünf Seiten extrem pointiert erzählt werden, wie der Held die Alpträume eines Klienten erfolgreich kuriert. Das Tempo und der Schauwert des Films sind völlig anders als beim recht statischen Comic von 1963. Der Älteste im Comic ist ein Mann und der Humor fehlt im Original ebenfalls. Der Drehort Nepal sorgt für schwelgerische Aufnahmen und die Effekte tun ihr übrigens, auch wenn sie deutlich preiswerter als 165 Millionen Dollar aussehen.

Um zu verdeutlichen, dass der Doc trotz seines Daseins am Rand des Marvel-Kosmos nun stärker zur Geltung kommen soll gibt es im Film noch eine Einbindung in den Erzählstrang mit den Infinity-Steinen und in einem der zwei Abspann-Clips sogar einen amüsanten Gastauftritts eines Avengers.

Doctor Strange ist der zweite von insgesamt neun Filmen der Phase 3 des Marvel Cinmeatic Universe. 2017 kehrt der Doc in Thor 3 zurück und 2018 ist er Teil des dritten Avengers-Leinwandabenteuers.

Ein solider Familienfilm, der so sehr nach Disney aussieht, dass es schon etwas zu sehr in Richtung Kitsch, Trash und Klamauk zu kippen droht, also eher tragisch statt magisch. Vor allem für Freunde von Filmen wie Ant-Man und Guardians of the Galaxy und Fluch der Karibik aber ein unterhaltsamer Superheldenfilm der etwas anderen Art. Und wenn Disney damit noch nicht das Weihnachtsgeschäft dominiert, dann steht Rogue One bereits in den Startlöchern.

Doctor Strange

Wertung: 80 %

Filmtitel: Doctor Strange

Originalfilmtitel: Doctor Strange

Startdatum: 27.10.2016

Regie: Scott Derrickson

Darsteller: Benedict Cumberbatch, Chiwetel Ejiofor, Rachel McAdams, Michael Stuhlbarg, Mads Mikkelsen, Tilda Swinton, Stan Lee u.a.

Genre: SciFi / Action / Superhelden

Trailer: https://youtu.be/csVu15mEfQo

Passend zum Film hat Panini Comics folgende Comics im Programm
Doctor Strange
Doctor Strange: Der Eid, 132 Seiten, Softcover, 14,99 Euro, Rezension auf ComicRadioShow

Doctor Strange 1, 124 Seiten, Softcover, 14,99 Euro

Doctor Strange – Die offizielle Vorgeschichte zum Film, 72 Seiten, Heft, 5,99 Euro

Doctor Strange: Anfang und Ende, 148 Seiten, Softcover, 16,99 Euro




(c)opyright der Abbildungen (Film) mit freundlicher Genehmigung: ©2016 Marvel
 
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