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geschrieben von StefanS am Donnerstag, 10. Dezember 2015 (1703 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Was Moebius für Frankreich ist, wird Nic Klein für Deutschland?


DrifterAn Weltraumwestern gibt es ziemlich unterschiedliche Exemplare. Die Palette reicht von hanebüchenem, gähnend langweiligem Quark wie Cowboys vs. Aliens über coole Weltraumcowboys wie Han Solo und Boba Fett aus Star Wars bis hin zu den meisterlichen Welten eines Comic-Genies wie Moebius. Mit Drifter fügen der 1976 in New York City geborene Ivan Brandon und der 1978 in Düsseldorf geborene Nic Klein der Gattung Cowboy-Science-Fiction einen eigenen Beitrag hinzu.


Als „unseren Mann in Amerika“ feierte Comixene kürzlich Nic Klein und auch in Alfonz – Der Comicreporter wurden 2015 Drifter und Klein begeistert aufgenommen, neben dem Lob für die offensichtliche Zeichenkunst wurde besonders betont, dass der inzwischen in Kassel lebende Künstler es als bislang einziger deutscher Comiczeichner geschafft hat, für die US-Verlage Marvel, DC und Image zu arbeiten. Für Marvel zeichnete Klein den Comic Winter Soldier, der passend zum zweiten Kinofilm von Captain America erschien.

Mit Ivan Brandon hatte Klein zuvor etwa für die Serie Viking gearbeitet. Die Vorzugsausgabe von Drifter enthält als Bonus ein anderthalb Seiten langes Interview mit dem Zeichner und ein halbseitiges Nachwort von Brandon sowie 13 Seiten Cover-Galerie und Skizzen.

Drifter

Pilot Abram Pollux ist hart gelandet. Es hat ihn auf den Planeten Ouro verschlagen. Diese Welt enthält zwar zahlreiche exotische Elemente, vor allem rätselhafte Lebewesen, wirkt ansonsten aber sehr erdähnlich. Es herrscht eine Pionier-Stimmung wie zu Wildwest-Zeiten. Und tatsächlich befindet sich die Menschheit auf einem Zug in neue Welten. Um ihr Überleben zu sichern haben die Menschen neue Planeten besiedelt. Stimmungstechnisch eher kein Star Trek, sondern mehr das Gefühl eines „benutzten Universums“ wie bei Star Wars.

Auf Oura trifft Pollux die Ärztin Lee Carter, einen maskierten Wanderer, den Prediger Arkady und die Minenarbeiter Della und Chuck. In den Minen wird eine Ressource abgebaut, die als Energiequelle für den Planeten dient. Beim Gang in das Bergwerk trifft Pollux auf Außerirdische, die wie arrogante Aristokraten auftreten und dank ihrer übermenschlichen physischen Stärke die Arbeiter nach Belieben unterjochen können.

Pollux erkundet die Natur und die Stadt mit ihrem Saloon, versucht sein Gedächtnis wiederzufinden und herauszufinden, warum er an diesem Ort gestrandet ist. Der Comic wird nach jedem Kapitel, beziehungsweise US-Heft, durch eine Seite Prosa unterbrochen, dabei handelt es sich offenbar um das Tagebuch des Protagonisten, in dem er die soeben gezeigten Szenen kommentiert – ein erzählerischer Kniff, der gut funktioniert und noch ausgebaut werden könnte, um eine stärkere Bindung zur Figur zu bekommen.

Was für einen Mix aus Reizüberflutung bietet dieser erste Band doch!
Ein kleines, Pfeife rauchendes Mädchen mit Vorliebe für trockene Sprüche und dicke Wummen, das wie eine Mischung aus Hit-Girl und Clint Eastwood wirkt. Eine Welt, die an Dune – Der Wüstenplanet, Star Wars, Computerspiele und sehr stark an Moebius erinnert. Letzteres ist so offenkundig, dass es auch im Interview zur Sprache kommt, in dem Klein einige kurze, gezielte Fragen zu Drifter gestellt wurden, die etwa beantworten, dass die komplette Welt von Drifter noch nicht endgültig entworfen, sondern noch in Entwicklung ist. Das klingt vielversprechend! Und in der Tat weckt der erste Band auch große Erwartungen und Lust auf die Fortsetzungen.

Drifter

Nach all dem Lob und den phantastischen Zeichnungen, die es in den Berichten über Klein gab (diese Doppelseite mit dem runden Tor und den zwei Sonnen im Hintergrund ist wahrlich episch!) folgte beim Lesen eine gewisse Ernüchterung. Die Geschichte beginnt gut, wirkt aber eben aus sehr vertrauten Elementen zusammengesetzt wie aus dem Lego-Baukasten für SF-Storys. Held Pollux bleibt recht distanziert und der Cliffhanger am Ende ist etwas mau – so richtig warm geworden ist man mit dem Protagonisten noch nicht, er lässt einen eher kalt, weil er das Klischee vom wortkargen Cowboy so sehr bedient, dabei wäre mehr Originalität doch wünschenswert gewesen, wenn Autor und Zeichner doch die Chance haben eine ganz neue, spannende Welt ganz neu zu erschaffen. Auch wenn einen die Hauptfigur bisher noch nicht mitfiebern lässt so ist es die Atmosphäre der Welt, die zum Weiterlesen einlädt. Es ist ein faszinierender Planet und der Comic wirkt in sich stimmig. Enttäuschend ist, dass Klein nicht noch viel mehr Pracht fürs Auge bietet wie die Szenen vermuten ließen, mit denen das Werk beworben wird. Handwerklich sind alle Bilder gut und für die Handlung ist auch jedes Panel wichtig, nur sind eben mehrere Seiten, auf denen vor allem Gesichter zu sehen sind langweiliger als die epischen Momente, in denen Klein sein ganzes Können eindrucksvoll demonstriert. Bei Moebius und seinem Incal und anderen Comics sind sowohl die Welt als auch der Held und die Zeichnungen jederzeit fesselnd und abwechslungsreich. Bei Drifter Band 1 ist es zwischendurch noch etwas monoton.

Gut ist, das es manches nicht in Drifter gibt: den Verzicht auf Pferde begründete Klein in Alfonz damit, dass er sie nicht gerne zeichnet. Das darüber hinaus noch auf um Witzigkeit bemühten trockenen Witz verzichtet wurde ist definitiv ein weiteres Plus.

Wohin die Reise geht ist noch nicht ganz ersichtlich. Und Nic Klein zeigt hoffentlich noch viel mehr grandiose Bilder. Dank Zeichenkunst auf Weltniveau und einem stimmigen Setting ist Drifter ein sehr schöner Comic für anspruchsvolle erwachsene Freunde von Western und Science-Fiction.

Wertung: 80 %

Drifter
Genre: Science-Fiction
Enthält: Drifter US-Ausgaben #1-5,
Text: Ivan Brandon
Zeichnungen: Nic Klein
Farben: Nic Klein
Übersetzung: Franz He
128 Seiten, Hardcover, farbig
Extras: Einleitung von Steven Grant, Skizzen
2015 Cross Cult, 25 Euro


Am Besten kauft man sich den Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Drifter kann man auch hier kaufen

Die auf 222 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe mit Variantcover und Artprint für 39,80 Euro ist bereits verlagsvergriffen.
(Aber hier gibts eventuell noch Exemplare)

Der Comic ist auch als eComic erhältlich.

Band 2 erscheint im Frühjahr 2016

Die englische Ausgabe bis Band 9 gibts auch hier



Drifter

Leseprobe zu Drifter

(c)opyright der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Amigo Grafik GBR / Cross Cult 2015
 
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