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24.01.2018, 08:30 Uhr
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geschrieben von Micha am Donnerstag, 09. April 2015 (1520 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Familienzoff und Schwesterherzen


Schwestern
Tja, das hat Raina nun davon. Sie hat sich ein Schwesterchen gewünscht, und jetzt muss sie damit leben. Die kleine Amara ist launig, nervig, liebt eklige Tiere wie Chamäleons und Schlangen und kann zu allem Überfluss auch noch besser malen als Raina, obwohl sie fünf Jahre jünger ist. Raina ist die Stillere und schottet sich am liebsten mit ihrem Walkman von der Welt ab. Im Sommer 1991 gehen die 14- und 9-jährigen Mädchen zusammen mit ihrer Mutter und dem 6-jährigen Bruder auf die Reise zu einem großen Familientreffen. Während der Vater per Flugzeug nachkommt, gibt es auf der 1.500-Meilen-Reise von San Francisco nach Colorado Springs in Mutters altem Bulli jede Menge Zeit für Zoff. Zudem warten am Zielort unerwartete und unangenehme Erkenntnisse auf Raina...

Die US-amerikanische Zeichnerin Raina Telgemeier wechselt in ihrer autobiographischen Erzählung immer wieder zwischen der Reise zum Familientreffen und Erinnerungen an Ereignisse, die die Beziehung zu ihrer Schwester geprägt haben. Letztere Seiten sind dabei blassbeige übertönt, so dass sie leicht angegilbt wirken. Sie lässt die beiden Erzählstränge dabei auch geschickt in verschiedenen Ebenen aufeinander zulaufen.

Der Comic ist angenehm anzuschauen und interessant zu lesen. Die Zeichnungen sind auf Kinder und Teenager als Zielgruppe ausgerichtet, was leider zur Folge hat, dass Telgemeiers Cartoon-Zeichenstil nicht ganz mit der Tiefe ihrer Erzählung und ihrer Charaktergestaltung mithält. Ihre Zeichnungen sind zwar handwerklich einwandfrei und dynamisch, der Bildaufbau ist abwechslungsreich, klar und treffend und die Gesichtsausdrücke ihrer Figuren sind differenziert und alles andere als statisch. Aber wenn Telgemeier die Schattenseiten des Lebens hervortreten lässt, etwa Rainas Gefühl des Ausgeschlossenseins auf dem Familientreffen oder die Erkenntnis, dass ihre Eltern ernste Eheprobleme haben und die kleine Schwester das im Gegensatz zu Raina schon länger bemerkt hat, lassen die allzu niedlichen Zeichnungen das oberflächlicher erscheinen als es ist.

Schwestern

Bei der Zielgruppe kommt aber gerade das gut an: In den USA hat die Auflage von „Schwestern“ wie zuvor der Vorgängerband „Smile“ die Grenze von 1,5 Millionen Exemplaren erreicht. Das sagt über die inhaltlichen Qualitäten von „Schwestern“ schon etwas aus.



Schwestern
von Raina Telgemeier,
208 Seiten,
Panini Comics, 14,99 Euro


Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch... Schwestern kannst Du auch hier kaufen.


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Panini Comics 2015
 
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