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geschrieben von Micha am Mittwoch, 01. April 2015 (1304 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Als Kind in arabischen Ländern



Der Araber von morgenDer kleine Riad ist im Jahre 1980 gerade zwei Jahre alt, da ziehen seine Eltern, ein Syrer mit Auslandsstipendium und eine Französin, halt nein, eine Bretonin, mit ihm aus seinem Geburtsland Frankreich nach Libyen. Das befindet sich gerade im Zustand eines arabischen Sozialismus unter Ghaddafi, den Riads Vater bewundert, obwohl er sich selbst eigentlich als Präsidenten für noch besser geeignet hält. Als einziger Nicht-Analphabet seiner Familie träumt er von einem aufgeklärten Panarabismus – der Araber von morgen geht seiner Ansicht nach zu Schule, befreit sich vom frömmelnden religiösen Aberglauben und tritt in die Moderne ein. Noch ist es aber nicht so weit, und die Lebensumstände und Gebräuche sind noch weit davon entfernt.



Mangels Vorerfahrungen schildert der kleine Riad die Eindrücke in Libyen und später, nach einem weiteren Umzug, in Syrien mit einer an an den kleinen Nick von Sempé und Goscinny erinnernden Unvorgenommenheit, die den Leser durchaus vor einer gewissen Schockwirkung bewahrt. Dass im Syrien von vor 30 Jahren die Kinder auf die Straße kacken und die Jugendlichen mangels Alternativen dem Hobby der Tierquälerei frönen, wirkt durch Kinderaugen etwas weniger krass. Außerdem scheinen die heute in Raptexten üblichen Beleidigungen wie „Isch fick deine Mutter“ dort schon damals unter den Vorschulkindern üblich gewesen zu sein.

Der Araber von morgen

Der inzwischen 36-jährige Riad Sattouf hat bis Ende 2014 eine Comicserie für Charlie Hebdo gezeichnet und die offenbar gerade noch rechtzeitig aufgegeben. In „Der Araber von morgen“ fällt auf, dass er im Gegensatz zu den Europäern die Araber mit wenigen Ausnahmen als Menschen mit verkniffenen Gesichtern zeichnet, die wenig Menschenliebe ausstrahlen. Das gilt auch für die Kinder, die Riad trifft. Aber persönlich ist das wohl nicht zu nehmen: Sattouf stellt die französischen Kinder, denen sein kindliches Ich begegnet, als ebenso grenzdebil oder gar komplett bekloppt dar wie die arabischen, obschon sie etwas freundlicher dreinblicken, und auch der einzige Deutsche, der vorkommt, ist nicht gerade ein Sympathieträger.

Der Araber von morgen

Seinen Vater schildert er als freundlich, aber voller Widersprüche: Einerseits ist er nicht wirklich religiös und betet nicht, andererseits ist Gott für ihn etwas Heiliges, ein Wort, mit dem nicht leichtfertig umgegangen werden darf. Er hat moderne Ansichten, zeigt aber auch hin und wieder tiefsitzende rassistische Einstellungen, die er durch einen bewussten rationalen Akt unterdrücken muss.
Übersetzt wurde dieser Band vom FAZ-Comic-Fachmann Andreas Platthaus, und er macht seine Sache gut. Das Lettering trifft das Original-Handlettering einigermaßen und passt daher. Die Geschichte ist noch nicht auserzählt, es sollen noch zwei weitere Bände folgen, die auch im Original noch nicht vorliegen.

Der Araber von morgen

Grafisch ist noch interessant, dass die Kolorierung, abgesehen von einigen Farbtupfern im Falle von Medienkonsumption, stets nur eine Schmuckfarbe ohne Abstufungen verwendet, und zwar in jedem Land eine andere. In Frankreich ist das Hellblau, in Libyen Dunkelgelb, in Syrien Mattrosa und in den wenigen Seiten auf der Kanalinsel Jersey Seegrün. Insgesamt ist „Der Araber von morgen“ hochinteressant und unterhaltsam zu lesen und macht auf die Fortsetzung neugierig.


Der Araber von morgen
Eine Kindheit im Nahen Osten 1978-1984
von Riad Sattouf,
160 Seiten,
Knaus Verlag, 19,99 Euro


Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch... Der Araber von morgen kannst Du auch hier kaufen.

Der Araber von morgen


(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Knaus Verlag
 
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