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geschrieben von StefanS am Dienstag, 02. September 2014 (945 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

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Der fünfte BeatleBrian Epstein war der Manager, der die Beatles von lokalen, englischen Musikern in Weltstars verwandelte. Und er war homosexuell und Jude. Besonders den letzten beiden Aspekten widmet sich der Comic „Der fünfte Beatle“.

Muss es nicht „Brite jüdischen Glaubens“ heißen? Laut Comic ist das nicht so. Müsste nicht eher Schlagzeuger Pete Best, Künstler Stuart Sutcliffe oder Produzent George Martin der fünfte Beatle sein? Dazu wird Paul McCartney auf der Rückseite dieses großformatigen Hardcover-Buchs zitiert: „Wenn jemand der fünfte Beatle war, dann Brian“. Eine hunderte Seiten lange Biographie kann und will dieser Comic nicht ersetzen. Was für die Geschichte überspitzt wurde und welche Gedanken in das Werk flossen, wird im umfangreichen Anhang dieses Buches erläutert.

Ein Leben als Außenseiter. Das kann man „cool“ inszenieren, Spider-Man etwa ist ein Nerd, der am Ende dennoch das hübscheste Mädchen für sich gewinnt, während die einst Ton angebenden Könige des Schulhofs längst in unbefriedigenden Jobs festhängen und bereuen, im Unterricht nicht besser aufgepasst zu haben.

Epstein hat in jungen Jahren offenbar die allerbesten Voraussetzungen für ein glückliches und erfolgreiches Leben. Von seinen Eltern hat er einen Plattenladen in Liverpool übernommen, er sieht gut aus, ist klug und ehrgeizig. Auf der anderen Seite leidet er darunter, dass er es bisher weder beim Militär, noch als Künstler, zu etwas gebracht hat. Und dann ist da das ganz große Thema dieser Geschichte: die Homosexualität. Diese war in den 1960er Jahren noch strafbar. Dagegen helfen keine Tabletten - und dennoch bekommt er Stimmungsaufheller verschrieben, die auch seine sexuellen Neigungen bekämpfen, wie ihm die Ärzte mehrfach versichern.

Der fünfte Beatle

Brians Leben ändert sich komplett, als er die Beatles trifft. Er verliebt sich in John Lennon und verhilft den vier Pilzköpfen zum internationalen Durchbruch. Ähnlich wie bei Kurt Cobain bringt aber gerade der so lange ersehnte Erfolg nicht die Genugtuung und die Linderung vergangenen Leids, sondern verschärft alle Probleme nur noch viel mehr. Nun kommen falsche Freunde in sein Leben, er wird öffentlich wegen seiner Homosexualität angefeindet und fühlt sich noch dazu als Versager, weil er für die Beatles nicht genug Geld herausholen konnte. Immer häufiger flüchtet er sich in seine Tablettensucht. Die Pillen kombiniert er oft mit Alkohol.

Die stellenweise Inszenierung von Epstein als Märtyrer und permanent unschuldig in Not geratenes Opfer wirkt teilweise zu dick aufgetragen, wie eine „Heiligsprechung“ eines Mannes, der doch wie jeder andere auch nicht perfekt war. Aber die Samthandschuhe werden auch mal abgelegt.

Gerade die vier Briten in ihrer Rolle als Musiker werden durchaus kritisch betrachtet. Profimusiker zu sein ist ein Beruf, so wie Lastwagenfahrer oder Mauer. Die Beatles kamen nicht aus dem Nichts, sie bauten auf der Rockmusik auf, die sich seit Jahrzehnten entwickelt hatte. Viele ihrer Pioniere waren Afroamerikaner, die nie so populär und wohlhabend wurden wie später die weißen Rolling Stones, Bob Dylan oder eben die Beatles – würde man diese „Baustelle“ auch noch eröffnen, dann müsste dieser Comic um ein Vielfaches länger sein.

Elvis lenkte Lastwagen bevor er Superstar wurde. Sein Manager war ein ganz anderer Typ als der sensible, schlanke und elegant gekleidete Feingeist Epstein. Zeichnerisch wird das ganz eindeutig kommentiert: wir sehen Colonel Parker als Schwein, als Teufel – und sprechen ihm damit das Menschsein ab? Durchaus inkonsequent, Epstein auf ein Heiligen-Podest zu heben, als Ikone der Homosexuellen, und dann Parker als gierigen, dummen, fetten Teufel zu porträtieren. Aber Parker steht hier keinesfalls für alle Heterosexuellen! Mit einem kriminellen Stricher, der Epstein, übel mitspielt wird deutlich betont: Geschlecht oder Sexualität sagen nichts über den Charakter eines Menschen aus. Unerfreuliche Typen gibt es jenseits von Geschlecht, Rasse oder Neigungen. Somit sind die meisten Figuren in „Der fünfte Beatle“ also sehr wohl differenziert dargestellt, nur Epstein selbst wirkt mitunter etwas zu perfekt, um ein echter Mensch zu sein. Aber das liegt nicht an ihm, sondern an Vivek J. Tiwary.

Der fünfte Beatle

Ein großes Lob für die Übersetzung! Englische Wortspiele, eine Spezialität von John Lennon, werden im Originalwortlaut wiedergegeben und für deutschsprachige Leser erklärt. Sehr gut mitgedacht. Auch das unterstreicht den hochwertigen Eindruck dieses schicken Comics.

So wie sich das Aussehen der Beatles und ihre Musik rasant veränderte, spielen auch Zeichner Andrew C. Robinson und Kyle Baker mit völlig unterschiedlichen Bildern. Später wird es optisch immer surrealer.

„Der fünfte Beatle“ ist eine dieser Prestige-Ausgaben, die Panini Comics, sehr gut aussehen lassen! Hätte man hier, wie beim Avengers-Edelband „Der endlose Krieg“ die Groß- und Kleinschreibung wie in einem Buch wiedergegeben, statt, wie bei Comics meist üblich, komplett in Großbuchstaben, wäre das für Leser hilfreich, die eine Hemmschwelle und Vorbehalte gehen Comics hegen. Denn genau so ein Publikum, vor allem Beatles-Fans, dürfte dieses Buch zeigen, wie viel Bildergeschichten leisten können. Ein sehr ambitionierter, sensibler und inspirierender Comic!

Der Comic wurde 2014 mit dem Eisner-Award ausgezeichnet.

Wertung: 88 %

Der fünfte Beatle: Die Brian Epstein Story
Originaltitel: The fifth Beatle – The Brian Epstein Story
Text: Vivek J. Tiwary
Zeichnungen: Andrew C. Robinson mit Kyle Baker
Lettering: Alessandro Benedetti
Übersetzung aus dem Englischen: Gerlinde Althoff
Extras: Vorwort von Billy J. Kramer, Nachworte, kommentierte Skizzen, Fotos von Beatles-Memorabilia (Epstein Visitenkarte u. a.)
2014 Panini Comics, 24,99 Euro


Am Besten kauft man sich das Comic beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch...
Der fünfte Beatle kann man auch hier bestellen

Der fünfte Beatle



 
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