Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz HERR MERZ :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
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geschrieben von Micha am Sonntag, 06. Oktober 2013 (1369 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Fümms bö wö tää zää Uu


 Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz HERR MERZFümms bö wö tää zää Uu, pögiff, Kwii Ee. Dedesnn nn rrrrrr, Ii Ee, mpiff tillff too, tillll, Jüü Kaa? So beginnt die „Sonate in Urlauten“ des bahnbrechenden hannoverschen Universalkünstlers Kurt Schwitters. Die Nazis verfemten sein Werk als „entartete Kunst“, weil sie es ebensowenig verstanden wie, zugegebenermaßen, ich oder Schwitters' eigener Vater. Dieser drohte ihm gar: „Wenn du eines dieser Bilder in meinem Zimmer aufhängst, bringe ich dich vor Gericht!“

Der norwegische Zeichner Lars Fiske zeichnet Schwitters' Leben in diesem Comic mit angebracht kubistisch wirkendem Zeichenstil nach. Ich muss gestehen, ich hätte nicht gedacht, dass ein Comic, deren Figuren durchweg mit Lineal und Zirkel konstruiert zu sein scheinen, derart lebendig, spannend und unterhaltsam sein würde. Fiskes Bilder rütteln an den Sehgewohnheiten des Comiclesers fast so sehr wie Schwitters' Kunst an denen des Durchschnittskunstrezipienten des frühen 20. Jahrhunderts. Er schildert Schwitters als totalen Künstler, der auch mal auf einer Urlaubsreise mitten auf der Straße seinen Koffer komplett auspackt, weil ihm gerade einfällt, dass eine mitgeführte Kollage ein wenig blaues Papier in der linken unteren Ecke bräuchte. Als er einen im Stadtwald (der Eilenriede) gefundenen halben Modelleisenbahnzug in eine Kollage einfügt, fällt ihm auf, dass er die andere Hälfte auch braucht – und sucht sie, bis er sie findet.

In den 20er Jahren ist Schwitters eine Größe in der Avantgarde-Kunst, liegt aber auch im Clinch mit der Bewegung der Dadaisten. Im Zuge der Kulturbanausierung der Nazis emigriert er nach Norwegen, seinem bisherigen Ferienidyll. War Schwitters bisher finanziell dadurch abgesichert, dass seine Eltern mehrere Mietshäuser besaßen, muss er nun durch Gebrauchskunst seinen Lebensunterhalt bestreiten, was ihm mit seiner Schaffenskraft und seinem Talent wenig Mühe macht. Als Deutschland dann Norwegen überfällt, flieht Schwitters nach England, der letzten Station seines Lebens. Im Bombenhagel werden derweil der größte Teil seiner Werke in seiner Wohnung in Hannover zerstört.
 Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz HERR MERZ
Durch das Buch führen Originalzitate von Schwitters selbst, die daran zu erkennen sind, dass die jeweiligen Sprechblasen oder vielmehr Sprechrechtecke rot unterlegt sind. All das ist sorgfältig recherchiert, für alle Zitate von Schwitters und seinen Freunden liefert Fiske Quellennachweise. Der Buchtitel scheint mir bewusst zweizeilig gestaltet zu sein, gemahnend an Schwitters' erste „Merzsäule“ namens „Kathedrale des erotischen Elends“.


Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz
HERR MERZ
von Lars Fiske
112 Seiten, Hardcover
avant-verlag, 29,95 Euro


Am Besten kauft man sich das Band beim Comichändler seines Vertrauens
...jedoch... Kurt Schwitters: Jetzt nenne ich mich selbst Merz
HERR MERZ kann man auch gerne hier kaufen.



Der Titel kommt übrigens auch in unserer Silent ComicRadioShow Sendung mit dem Avant-Verlag vor

(c) der Abbildungen mit freundlicher Genehmigung avant Verlag + Autor
 
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