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geschrieben von jochen am Mittwoch, 20. Juli 2011 (2400 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

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Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior Mit 'Fünftausend Kilometer in der Sekunde' von Manuele Fior ist beim Avant Verlag einer der besten, wenn nicht der beste, Comic des Jahres erschienen. Ganz zurecht hat der Band am Anfang des Jahres den Preis für das Beste Album in Angoulême erhalten. In wunderschönen Aquarell-Bildern illustriert Fior die Schauplätze seiner Geschichte, von der Provinz in Italien, über Norwegen nach Ägypten und zurück. Darüberhinaus mit lebensnahen Dialogen ausgestattet wird einfach über das wichtige im Leben erzählt, die Liebe.

In sechs und ein bisschen Episoden über den Zeitraum von mehreren Jahren erzählt Fior über das Leben und die Liebe von Lucia, Piero und Nicola. Jede einzelne Episode behandelt dabei nur einen Zeitraum von wenigen Stunden, aber trotzdem ergeben sie zusammen eine wunderbare große Geschichte voller Gefühl und Wahrheit. Wir treffen die drei das erste Mal als Lucia mit ihrer Mutter in die Nachbarschaft von Piero und Nicola zieht. Die beiden Kumpels sind beste Freunde, machen Pläne für die Zeit nach ihrem baldigen Schulabschluss, und schauen sich nach Mädchen um. Auf Lucia werfen beide eine Auge, nur Piero offensichtlich mehr als das.

Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior

Und Sprung. Auf einmal sind wir im verschneiten Oslo, Lucia fährt im Taxi zu ihrem neuen Zimmer, dass sie bei einer Familie für ihren viermonatigen Forschungsaufenthalt im Rahmen ihrer Diplomarbeit über Ibsen gemietet hat. Der Sohn der Familie scheint ihr dabei durchaus zu gefallen. Was mit ihr und Piero weiter passierte und passiert erfahren wir als Leser näherungsweise mittels eines Briefes zurück nach Italien. Diese Passage wird auf mehreren Ebenen erzählt, als Text lesen wir den Brief, die Bilder zeigen Lucia und Sven, sowie einen Zeichentrick-Film den die beiden schauen. Diese getrennten Elemente ziehen zusammen den Leser regelrecht in die Geschichte hinein.

Und Sprung. Piero ist in Ägypten, er ist auf dem Weg zu einer Ausgrabungsstätte um dort forschend tätig zu werden. Leicht kränkelnd und fiebrig muss er eine mehrstündige Zugfahrt überstehen. Seine Fieberträume geben uns Einblick in sein Gefühlsleben und was wohl vorher geschehen sein mag.

Und Sprung.

Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior

Obwohl es jeweils nur mehrstündige Teilerzählungen sind gelingt es Fior trotzdem eine langjährige Geschichte mit viel Tiefe wiederzugeben. Dabei haben die Zeichnungen eine großartig unterstützende Rolle, mit wie wenigen Strichen hier Emotionen, Gedanken und Stimmungen erzeugt werden sollte man sich nicht entgehen lassen. Dazu ist das Ganze in einer zurückhaltenden, aber ebenso stimmungsvollen Aquarell-Kolorierung gehalten. Die Farbgebung wirkt im Stil fast etwas altmodisch, wenn es keine Handys geben würde hätte die Geschichte auch gut vor 50 Jahren spielen können. Für die verschiedenen Szenen werden dabei jeweils eigene Farbskalen genutzt, der Anfang in Italien im heißen Gelb, ein kaltes Blau für den Winter in Norwegen, eher schmutziges Braun für das fremde und krankmachende Ägypten.

Man könnte sich noch über die gelungenen Dialoge auslassen, beschreiben wie andere Sprachen nicht übersetzt, sondern mit Untertiteln versehen werden und dadurch Fremdheit aber auch Nähe erzeugt wird, und einigen anderem. In diesem Comic ist einfach vieles wunderbar gelungen.



Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior
140 Seiten, Softcover
Avant Verlag
19,95 Euro



Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior kann man gerne auch hier kaufen.

Fünftausend Kilometer in der Sekunde von Manuele Fior


LESEPROBE



(c) der Abb.: Manuele Fior und Avant Verlag
 
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