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geschrieben von jochen am Sonntag, 08. November 2009 (4178 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Generation Pif

Der kleine Christian von Blutch Manchmal lohnt es sich doch zu warten. Zehn Jahre nach dem die ersten autobiographischen Geschichten des kleinen Christian in Frankreich veröffentlicht wurden hat Blutch letztes Jahr einen zweiten Band folgen lassen. Und so konnte Reprodukt nun schon vor einer Weile eine schöne Gesamtausgabe der beiden doch recht unterschiedlichen Bände veröffentlichen.

Aufgewachsen in den 70 und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in Straßburg ist Blutch ein typischer Vertreter der Generation Yps, nur dass diese in Frankreich mit deren französischen Variante Pif aufgewachsen ist. Die erste Hälfte des Bandes beinhaltet den noch recht kindlichen Christian. Er lebt in Tagträumen den Helden des Comic verbunden, so sehr, dass er sich immer einen zum Vorbild für seine Handlungsweisen zu nehmen scheint. Welcher ändert sich dabei gerne nach den von anderen dargebrachten Coolheitsaussagen, aber Kaubeus gehen eigentlich immer.

Der kleine Christian von Blutch

Aber es sind hier nicht nur die einfachen Kindheitserinnerungen an vergangene unschuldigere Zeiten. Blutch erzählt mehr, so findet die kleine Christian Bilder der Großväter die wohl irgendwie Deutsche waren, dabei sind die doch eigentlich hinter der anderen Seite des Flusses, dort wo das Benzin billiger ist. Wobei die Deutschen nicht ganz so ätzend sind wie die Indianer, wegen der Klasse Uniform wie John Wayne/Christian bemerkt. Das Heranziehen von bekannten Figuren, sei es aus Filmen, sei es aus Comics, um erwachsenere Aussagen des kleinen Christian wiederzugeben ist ein interessantes Stilmittel. Man kann sich dabei fragen, ob der kleine Christian oder der große Christian Hincker aka Blutch diese cleveren Zitate liefert.

Der kleine Christian von Blutch

Der erste Teil des Bandes ist sehr episodenhaft, aber mit einigen verbindenden Themen. Dies ändert sich im zweiten Teil, wo Christian den in Frankreich wichtigen Schritt in die sechste Klasse unternimmt. Viel wichtiger ist aber das Treffen mit Catie, die ab dann die Gedanken Christians doch sehr stark in Anspruch nehmen und den Rest des Bandes dominieren. Dieser inhaltliche Bruch ist auch graphisch präsent, die vorher schwarz-weißen Zeichnungen werden nun doch eine rote Schmuckfarbe angereichert. Ab hier wird die vorher leicht vorhandene Abrechnung mit der kindlichen Naivität aufdringlicher und der immer noch vorhandene Witz wirkt verstörend. Und statt mit den Abenteuerhelden aus Pif verständigt Christian sich nun mit Marlon Brando aus dem letzten Tango in Paris der ihn einer etwas merkwürdigen Liebesprüfung unterzieht, die dann doch wieder etwas in das alte Abenteuerschema passt.

Der kleine Christian von Blutch

Insgesamt ein seltsam wirkender Comic, naive Jugenderinnerung gemischt mit der Abrechnung eben gerade dieser. Das alles von Blutch in herausragenden Zeichnungen inszeniert. Insbesondere im ersten Teil sehr variabel in der Wahl des Stils, zum einen der Situation und Stimmung, zum anderen dem gerade zitierten Comichelden angepasst. Dabei die Welt der Erwachsenen immer sehr realistisch, die Kinder aber in einem an Semi-Funnies angelegten Stil. Der zweite Teil ist da einheitlicher gestaltet, aber auch hier werden die träumerischen Gedanken Christian vielfältig und expressiv dargestellt. Und die Darstellung des kleinen Christians wird zum Ende hin, genau wie er, immer erwachsener.


Der kleine Christian
von Blutch
120 Seiten, schwarzweiß mit Schmuckfarbe
Reprodukt, 18 Euro


Der kleine Christian von Blutch kannst Du gerne hier kaufen.


LESEPROBE "Der kleine Christian"

Der kleine Christian von Blutch


(c) der Abb.: Blutch und Reprodukt

 
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