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geschrieben von jochen am Samstag, 09. Mai 2009 (3213 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Auf in den Süden

Paradise Comicleser kennen Benoît Sokal von seiner Serie "Inspektor Canardo", Computerspieler durch die von ihm konzipierten Spiele. Mit "Paradise" trifft dies beides zusammen. Sokal scheint so sehr von dem Stoff dieser afrikanischen Geschichte angetan zu sein, dass er beides gemacht hat, Computerspiel und Comic. Ob sie das verdient hat ?



Zumindest das Computerspiel hat nicht unbedingt sehr tolle Kritiken bekommen, so wird auch über die nicht immer ganz nachvollziehbare Geschichte gemeckert, und das beim Spiel, kein so gutes Omen für den Comic, oder ? So schlimm ist es dann nicht. Der Band liest sich ganz ordentlich und auch eigenständig. In der Aufmachung wird auch nicht großartig auf das gleichnamige Spiel verwiesen, nur am Ende des langen Vorworts, mit wunderbaren Illustrationen Sokals übrigens die auf jeden Fall einen Blick wert sind, wird dies kurz erwähnt. Wer wegen der Verwandtschaft zum Spiel Skepsis haben sollte kann diese ablegen.
Paradise
Der Schauplatz der Geschichte ist Mauranien. Früher eines der paradiesischsten Länder Afrikas, aber es leidet am Machthaber, König Rodon, der sich (verdientermaßen) einer stärker werdenden Rebellion erwehren muss. Im wesentlichen ist es die Geschichte seiner Tochter Ann, die zehn Jahre zuvor von ihrer Mutter mit in die Schweiz genommen wurde, man könnte auch sagen sie sind geflohen. Nun kehrt sie zurück, allerdings wird ihr Flugzeug abgeschossen und sie verliert durch den Absturz vorerst ihr Gedächtnis. Da ihr Weg zurück nach o im Norden durch die kriegerischen Auseinandersetzungen versperrt ist nimmt sie den Auftrag des Prinzen von Mandargane an einen schwarzen Leoparden in den Süden zurückzubringen. Dabei spielt die merkwürdigerweise gefühlte Verbundenheit zu diesem Tier auch eine wichtige Rolle.
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Der Name Mauranien deutet nicht nur ein fiktives Land in Afrika an, es bedeutet letztendlich auch eine fiktive Welt, das wird spätestens dann deutlich, als die Molgraven auftauchen, ein Volk das auf großen seltsamen Laufvögeln reitet und deren Menschen es als absolute Todsünde auffassen den unreinen Erdboden zu berühren, sie leben somit zwangsläufig auf den Bäumen. Im zweiten Band von den vier hier versammelten spielen sie eine größere Rolle. Warum solche Fantasy-Elemente in der Geschichte sind bleibt mir allerdings eher verschlossen, dieser Teil passt nicht so ganz mit den anderen zusammen, die doch etwas mehr an unserer Realität der 50er Jahre angelehnt sind.

Leider passt der Kommentar zum Spiel mit der nicht ganz nachvollziehbaren Geschichte in Teilen auch zum Comic, da überreagiert der König in seinen Strafmaßnahmen ohne das man so richtig sieht wieso, soll der jetzt einfach nur also böse dargestellt werden ? Wieso überhaupt der Leopard gen Süden soll, was einige Personen zu ihren Handlungen treibt bleibt offen, da sind sie zu sehr Staffage. Mancher kann sich auch daran stören, dass die Geschichte sehr der Reise von Ann folgt und das mit dem Aufgaben abarbeiten eines Computerspiels vergleichen. An anderen Stellen ist der Comic aber auch vielschichtiger wie in den Teilen die in einer alten Smaragd-Mine spielen. Vielleicht liegt diese Unklarheit bei den Personen aber auch etwas an den Zeichnungen Brice Bingonos. Leider schafft er es nicht in den Gesichtern der Personen mehr als schematische Grundemotionen darzustellen, und die auch nicht immer passend. Andererseits sind aber die Landschafts- und Tierdarstellungen teilweise sehr grandios gelungen.
Paradise
So hinterlässt der Comic einen etwas durchwachsenen Eindruck, er profitiert aber von der Veröffentlichung der ursprünglichen vier französischen Bände in einem SplitterBook, denn so liest man auf jeden Fall alle vier, sonst wäre ich womöglich nach dem zweiten abgesprungen. Was vor allem um den sehr gelungenen letzten Band Schade gewesen wäre. Auch sonst muss man sagen das der, wie von Splitter gewohnt, schön aufgemachte Band im Kleinformat überzeugen kann, vor allem der letztendliche Preis von 6 Euro pro Originalband ist schon mehr als ordentlich. Zwar dachte ich anfangs, dass die Gesichter der Personen durch das kleinere Format etwas schwieriger zu unterscheiden wären, aber das lag dann doch wohl am Zeichner. Davon abgesehen überstehen die Zeichnungen die Verkleinerung durchweg, die Seitenaufteilung ist großzügig genug angelegt so dass kein Gefühl der Enge auftritt.
Paradise

Paradise
Autor: Benoît Sokal
Zeichner: Brice Bingono
Splitter, EUR 24,80
208 Seiten, HC mit Schutzumschlag

Paradise kannst Du hier gerne kaufen.

LESEPROBE Paradise
Paradise


(c) der Abb.: Sokal und Splitter Verlag
 
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