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Shôjômanga=Mädchen Manga

Hintergründe / Mangas
geschrieben von Maqz am 03.08.2001, 14:35 Uhr

Von Yoko Schmalfuß
Dieser Artikel erscheint hier mit freundlicher Genehmigung von Yoko Schmalfuß [1] :-))


A. Geschichtliches [2]
B. Kurzinhalte [3] einiger Shôjômangas
- 1. Klassiker
- 2. Endlose Rensai (= Fortsetzungsgeschichten)
C. Verschiedene [4]
D. Vorurteile [5],Kriterien und Definitionsversuche von Shôjômanga
- 1. Sind es nur Liebesschnulzen?
- 2. Kriterien der Zeichenart

A. Geschichtliches



Die ersten Shôjômanga-magazine, die monatlich erschienen sind waren "NAKAYOSHI" und "RIBON"(beide ab 1955; beide gibt es auch heute noch). Seit 1963 gibt es "MARGARETTO" und "FURENDO". Daneben gibt es heute unzählige andere Shôjômanga-magazine, die im monatlichen oder sogar zwei-wöchigen Takt herauskommen und ein Format eines dicken Telefonbuchs haben, wie z. B. "BÛKE", "HANA TO YUME", "ASUKA", "PURINSESU" etc.etc.

Vor dem Erscheinen dieser Mangamagazine, die meist mit Fortsetzungsgeschichten gefüllt sind, gab es Mädchenzeitschriften, wie z.B. "Shôjô Kurabu", Shôjô no Tomo" oder "Soreiyu" , mit Mode, Fortsetzungs-Romanen und auch Reportagen und Geschichten über Sängerinnen (wie z.B. Misora Hibari) oder das Takarazuka-Theater.

Nach Jaqueline Berndt (Autorin von "Phänomen Manga") soll das erste Mädchen-Story-Manga "RIBON NO KISHI - Ritter der Schleife" von Meister TEZUKA OSAMU sein, aber meiner Meinung nach sind die ersten richtigen Shôjômanga diejenigen, die von Frauen gezeichnet wurden (v.a. die Manga der sogn. "24er", wie z.B. IKEDA RIYOKO oder MIUCHI SUZUE). In den Mangas konnten die Frauen aus ihrer streng vorgegebenen Geschlechterrolle ausbrechen, Fantasien und Träume und auch Tabus ausleben. (Noch heute werden in Mangas Tabuthemen aufgegriffen und ausgebaut.) Die japanische Mädchen-Kultur wurde durch das Takarazuka-Theater und die Shôjômanga geprägt.

B. Kurzinhalte einiger Shôjômangas


1. Klassiker



"BERUSAIYU NO BARA – DIE ROSE VON VERSAILLE"
von IKEDA RIYOKO
insgesamt 10 Bände, Margaret Comics um 1971

In Deutschland konnte man (kann man?) das Anime unter dem Titel "Lady Oscar" im Fernsehen "bewundern". Wie es aber oft der Fall ist, ist das Originalmanga um einiges besser als der Film.

Ort und Zeit: Frankreich von 1755 bis zur Französischen Revolution;
Hauptfiguren: Oscar de Jargès, die als Mädchen geboren aber als Junge erzogen wird; Sie wird später Chef der Königlichen Leibgarde und persönlicher Beschützer der zweiten Hauptperson Königin Marie Antoinette. Das Manga schildert Leben, Leiden und Liebe der beiden Frauen. Marie Antoinette verliebt sich in den schwedischen Aristokraten Hans Axel von Fersen, Oscar in Andrè, mit dem sie wie Bruder und Schwester (oder besser gesagt: wie Bruder und Bruder) aufgewachsen ist. Beide Lieben können nicht ausgelebt werden.

Dies ist u.a. auch als Film (also nicht nur als Anime) erschienen. Obwohl natürlich die Figur der (des?) Oscar rein erfunden ist, kann man sagen, dass die historischen Ereignisse gut recherchiert wurden, was bei historischen Mangas ja nicht immer der Fall ist.

"KYANDI KYANDI – CANDY CANDY"
von IGARASHI YUMIKO
insgesamt 9 Bände, herausgekommen bei Nakayoshi Comics um 1973

auch hier gibt es ein Anime dazu; Ich kann aber leider nicht sagen ob es auch in Deutschland gelaufen ist oder nicht. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es wie das Anime zu "GEORGIE", (welches zur Zeit auf tm3 zu sehen ist) sehr auf ein junges Publikum zugeschnitten ist und somit vielleicht auch viel umgeschrieben wurde.

Ort und Zeit: USA und England um den 1.Weltkrieg
Hauptfigur: Candice White, die als Waisenkind vieles erleiden muss (einmal, mit 12 Jahren, wird sie verkauft und landet fast in einem Frauenhandel in Mexico) und dann von einem der reichsten Amerikaner adoptiert wird. Sie lernt diesen mysteriösen William Ardlay erst ganz zum Schluss kennen. Er entpuppt sich als ein guter Bekannter von ihr, der nichts gesagt hatte , da er sein Leben als Normalmensch auskosten wollte bevor er sein bombastisches Erbe antritt.

"Candy Candy" ist eine dramatische Lebensstory mit viel tragischen aber auch wunderschönen und witzigen Elementen. Igarashi Yumiko schafft es (hier, wie auch in Georgie) einen zum Weinen zu bringen.

Beide Beispiele, die ich hier angeführt habe, können als DIE Klassiker des Shôjômanga bezeichnet werden. Jeder kennt sie. Sogar heute können Mädchen, auch wenn sie sie nicht gelesen haben sollten, zumindest mit den Titeln etwas anfangen


2. Endlose Rensai (=Fortsetzungsgeschichten)


"ÔKE NO MONSHÔ – DAS SIEGEL DES PHARAO"
von HOSOKAWA CHIEKO und FÛMIN
läuft seit 1977 und wird, glaube ich, immer noch fortgesetzt; Es müssten mittlerweile fast 50 Bände erschienen sein, wenn nicht noch mehr. (Der letzte welchen ich in der Hand hatte war Band 39 und das ist schon einige Jahre her. Ich habs aufgegeben ...)

Princess Comics
Ort und Zeit: Ägypten, damals und jetzt
Hauptperson: Carol, ein amerikanisches Mädchen aus gutem Hause; Sie studiert mit Begeisterung Archäologie und Ägyptologie an einer Schule in Kairo. Ihr Vater findet das Grab des Pharaos Memphis. Durch den Fluch , der auf dem Grab lastet erwacht Memphis‘ Schwester Isis und tötet Carols Vater, der ja den Schlaf des Pharaos gestört hat. Vergeblich versucht sie auch Carol zu töten und schickt sie dann kurzum ins Alte Ägypten, ohne zu denken, dass Carol dort überleben könnte und ohne zu ahnen, dass sie dort zufällig auf Memphis trifft, welcher natürlich äusserst interessiert ist an dem weisshäutigen Mädchen mit goldfarbenem Haar und Augen in der Farbe des Nils.

Ziemlich turbulentes (Liebes-)Drama mit ziemlich vielen "Störfaktoren", die die Geschichte immer wieder in die Länge ziehen; nicht nur dass Carol ungewollt manchmal von einer Zeit in die andere gleitet, sie wird auch noch durch ihr exotisches Aussehen und ihre "Fähigkeit" in die "Zukunft" zu sehen natürlich nicht nur für den ägyptischen Pharao sondern auch für den babylonischen, den assyrischen etc. etc König oder für den schönen Prinzen der Hetthiter, Ismir interessant.

Ausserdem gibt es da ja noch Isis, die wohl eigentlich ihren Bruder Memphis heiraten sollte und wollte und dadurch umsomehr Carols Tod wünscht....

"GARASU NO KAMEN – DIE GLÄSERNE MASKE"
von MIUCHI SUZUE
läuft seit 1975 und wird weiter fortgesetzt. Ende 1998 ist nach langjähriger Pause endlich der 41. Band erschienen. Man kann gespannt sein wie lang Madame Miuchi die grosse Fangemeinde diesmal auf den nächsten Band warten lässt. Angeblich ist die Fortsetzung im Magazin schon vor der Pause zu lesen gewesen, aber warum sie dann erst 5 Jahre später als Buchband erschien würde ich selbst gerne erfahren.

Eigentlich müsste man dieses Manga durch seine Bekanntheit und Beliebtheit bei alt und jung auch zu DEN Klassikern zählen, aber dadurch, dass es noch fortläuft ist dieser Begriff wohl nicht ganz zutreffend.

Hana to Yume Comics
Ort und Zeit: das heutige Japan (meist Tokyo)
Hauptperson: Kitajima Maya, ein sonst recht unscheinbares Mädchen, das aber ein aussergewöhnliches Talent besitzt, will ernsthaft Schauspielerin werden. Sie verlässt ihre sie alleinerziehende Mutter um unter der ehemaligen Schauspiel Diva Tsukikage Chigusa zu lernen.

Hauptthema dieses Manga ist natürlich die Schauspielkunst. Viele Theateraufführungen (teils erfundene, aber auch einige "reale" Theaterstücke; ich persönlich habe z. B. Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", peinlich aber wahr, zum ersten Mal in diesem Manga gelesen (-:), das harte Training bis zur Aufführung und die Rivalität und seltsame Freundschaft zwischen Maya und der reichen und hübschen Himekawa Ayumi(Tochter eines Filmregisseurs und einer Schauspielerin) werden gezeigt.

Es gibt viele Geschichten neben der Schauspielerei, wie z. B. den Fan, den Maya von Anfang an hat, der sich aber nie zeigt, ihr aber immer wieder in verschiedensten Situationen hilft. Der Leser weiss übrigens wer es ist und warum er sich nicht vor ihr outet. Immerhin ist er zumindest aus Mayas Sicht der Bösewicht. Dennoch ist er so fasziniert von ihrer Begabung und ihrer absoluten Hingabe (und dadurch von ihr), weiss sich aber nicht anders zu helfen als ihr anonymer Fan und Retter zu sein.

Miuchi Suzues kreative Pause, oder was es auch immer sein sollte, wurde 1993 an einer doch recht gemeinen Stelle eingeführt:
Maya und Ayumi stehen vor der endgültigen Prüfung um die fast zum Mythos gewordene Rolle "Kurenaitenyo" zu spielen. Maya hat herausgefunden wer ihr Fan ist, zeigt es ihm aber noch nicht. Dieser ist drauf und dran von seiner Familie an eine Tochter eines sehr reichen und einflussreichen Mannes verheiratet zu werden, und er will sich fügen, da er der Meinung ist seine Liebe zu Maya würde nie erhört werden. Und zuguterletzt erleidet Tsukikage
Chigusa im allerletzten Bild einen Herzanfall....

Übrigens der 41. Band endet noch furchtbarer! Aber nochmal so lange wird der 42. hoffentlich nicht auf sich warten lassen?


C.Verschiedene


"YÛKAN KURABU – LEISURE CLUB"
von ICHIJÔ YUKARI
auch ein Rensai, welches wohl noch weiterläuft; Ca. 20 Bände im Moment; Dies ist ein "Mädchenmanga", das vorweislich auch viele männliche Leser hat.

(Ribon Mascot Comics)
Ort und Zeit: vorwiegend das heutige Japan aber der Ort wechselt eigentlich ständig
Hauptpersonen: Insgesamt 6, drei männlich, drei weiblich, aber ohne amouröse Verbindungen zueinander; gehen noch zur High School und gehören zur High Society:
Bidô Grand-Manier: Sohn des schwedischen Botschafters in Japan, ¼ Japaner seitens der Grossmutter; Weiberheld, superstolz auf sein Aussehen
Kikumasamune Seishirô: Sohn des Chefarzt /Inhabers einer grossen Klinik; Intelligenzbolzen und Meister in vielen Kampfsportarten; ist bestimmt nicht fähig sich mal ernsthaft zu verlieben;
Shôchikubai Miroku: Sohn des Polizeidirektors; Liebt es sich zu prügeln und Action; kennt sich mit Elektronik und Mechanik etc. aus und bastelt gerne herum;
Kenbishi Yûri: die reichste der 6; Tochter vom Chef des Kenbishi-Konzerns; eine ziemlich Wilde, die man nie als Mitglied der High Society ansehen würde; supersportlich und immer aktiv aber schlecht im Lernen; liebt es wahrscheinlich noch mehr sich zu prügeln als Miroku.
Kizakura Karen: Tochter eines Edel-Juweliers; liebt es luxuriös und aufregend; ist andauernd auf Männerfang; immer auf ihre Schönheit bedacht, genau wie Bidô.
Hakushika Noriko: Tochter von einem berühmten Maler der Japanischen Kunst und einer Sadô-Iemoto,also einer Meisterin der Teezeremonie; mindestens so intelligent wie Seishirô; Meisterin des Gô; interessiert sich wenig oder gar nicht für Männer.

Diese Gruppe von Freunden muss in den verschiedenen Episoden (es ist keine richtig fortlaufende Story, man kann also getrost auch mal nur ein Buch in die Hand nehmen ohne dabei total den Zusammenhang zu den anderen Bänden zu brauchen;) verschiedenste Abenteuer bewältigen. Von Geisterjagd über diverse Liebesdramen, Banküberfällen, Entführungen und diversesten Anschlägen bis hin zu Drogen- und Bandenkriegen, archäologischen Funden, Yakuzakämpfen oder Schatzsuchen etc. ist alles vorhanden.

Ich hoffe das hört sich jetzt nicht zu sehr nach Abenteuergeschichten für Kinder a là 5 Freunde oder so an, denn es ist nicht nur für ein junges Publikum gedacht. Es ist witzig und spritzig gemacht, sehr schön gezeichnet und ausserdem umfasst es durch die häufigen Ortswechsel, Hauptpersonenwechsel etc. so ziemlich alle Genres und Figurenmodelle des (Shôjô-) Manga.

"KARIN – FEUERREIF"
von KAWASOU MASUMI
insgesamt 17 Bände; herausgekommen bei Hana to Yume Comics

Ort und Zeit: das Alte China und "Umgebung"
Hauptperson: Ran Rîan, ( und viele viele andere wichtige Figuren: die vier Hüter, das Drachenschwert und seine drei Perlen, der Himmelskaiser, der Menschenkaiser, ein menschl.General, ein kaiserlicher Prinz, drei Drachengeneräle, diverse Sennin etc.etc.)

Je länger das Rensai wird desto klarer (oder unklarer?) wird dem Leser und Rîan wer oder was er eigentlich ist: z. B. ist er der Sohn eines Menschen mit Senningenen, dessen Vorfahre sich mit einer Frau aus dem Geschlecht des Drachenkönigs (Wasser,Ost) zusammengetan hatte. Rîans Mutter ist die Menschengestalt gewordene goldene Perle des Drachenschwertes. Er ist überdies Nachfolger der Schilkröte der Erde (Nord) und kann dann somit Erde und Wasser kontrollieren. Die zwei restlichen Hüter: der Feuerphönix (Süd) und der weisse Tiger des Windes (West) kommen natürlich auch vor. V.a. der Windtiger Hôshun lockert die Geschichte wenn er Rîan nachsteigt, immer wieder auf.

Durch Rîans Jugend und durch seine Perlengene mütterlicherseits ist sein Geschlecht noch nicht ganz festgelegt; sprich, er verwandelt sich manchmal in ein Mädchen, was er wiederum gar nicht komisch findet, der Leser aber umsomehr. Dieses Manga kann für manche von der Sprache her teilweise etwas schwierig sein. Mystischer Fantasy-Action-Historien-Roman, der zwischen drei Welten spielt, mit teils daoistischem Einschlag, mit Kriegen Intrigen, Hass, homo- und heteroerotischer Liebe und Sex, verschiedenen Göttern und Mythen, etc. und nicht zuletzt sehr viel Humor. Sehr schön gezeichnet, tolle Kostüme,...

Die Geschichte scheint verworren ist aber unbedigt lesenswert


"HANAZAKARI NO KIMITACHI HE – AN EUCH, DIE IHR IN EURER BLÜTE SEID"
von NAKAJÔ HISAYA
bislang 8 Bände, Hana to Yume Comics

Zeit und Ort: das heutige Japan
Hauptperson: Mizuki, ein in Amerika aufgewachsenes Mädchen. Sie ist ein Riesenfan vom Hochsprungtalent Sano und schreibt sich kurzerhand als Junge an seinem Jungen-Internat (mit teils witzigen Traditionen wie z.B. der Wahl der Schul-"MISS",) ein. Wie es der Zufall so will landet sie auch noch in der gleichen Klasse und im gleichen Zimmer wie er. Er findet es recht früh heraus, dass sie ein Mädchen ist, lässt sich aber nichts anmerken. Ziemlich geschockt als sie erfährt, dass er mit dem Hochsprung aufgehört hat bringt sie ihn dann doch dazu weiter zumachen. Einziger "Helfer", da er Mizukis Meinung nach der Einzige ist, der ihr Geheimnis kennt ist der schwule, gutaussehende und etwas gemeine Schularzt Umeda.

Witzige Episoden gibt es noch mit dem Jungen aus Ôsaka, der sich in Mizuki verguckt hat und sich zermartert, da er natürlich glaubt schwul zu sein und es nicht wahrhaben will. Vielleicht etwas seichte aber unterhaltsame Freundschafts-Schul-geschichte. Mangas, in denen Jungen als Mädchen rumlaufen oder andersrum sind sehr beliebt. (Hat ja mit der "Rose von Versaille" schon so angefangen, oder nicht?) Jedenfalls gibt es viele dieser Art.

"ÔTO AYAKASHI KITAN"
von IWASAKI YOKO
10 (oder mehr?) Bände, Princess Comics

Zeit und Ort: Heianzeit (794-1185) in der Kaiserstadt Heian (das heutige Kyôto);
Hauptpersonen: Onmyôji (Schamane, Meister von Ying und Yang) Abe no Seimei, Sakon no Shôshô (General zur Linken) Fujiwara no Masayuki

Abe no Seimei ist eine reale Person, die in der Heianzeit ein mächtiger Onmyôji war und verehrt wurde und wird. Es gibt in Kyôto sogar ihm zu Ehren einen Seimei-Jinja (Schrein). Dieser ist der Legende nach auf dem Ort errichtet worden an dem Seimei damals seinen Besitz hatte. Die Geschichten um ihn in diesem Manga sind jedoch frei erfunden. Iwasaki Yoko meinte mal, dass sie öfters diesen Schrein aufsucht um zu beten, dass ihr kein Fluch auferlegt wird, da sie ja Seimeis Leben nach ihrem Belieben umwandelt. ie gibt zwischendurch auch seriöse Sekundärliteratur zu Abe no Seimei an.

Inhaltlich sind es wieder abgeschlossene Episoden, die sich meist um Seimeis Arbeit, also das Vertreiben, Anrufen und Kontrollieren von Dämonen, Monstern, Hilfsgöttern, Geistern und anderen Erscheinungen, drehen. Dazu kommt die eltsame Freundschaft zwischen ihm und Masayuki, der zwar Sakon no Shôshô ist aber dem man diesen hohen Adelsrang fast nie ansieht und der eigentlich etwas gegen den Berufsstand Onmyôji hat. Die historischen Kostüme und die Häuser etc., sind zu bewundern und im Gesamten ist es wunderschön gezeichnet. Wie in Karin, ist auch in diesem mystischen Historienroman die Sprache nicht ganz einfach aber es würde sich lohnen sich trotzdem dranzuwagen.



D. Vorurteile,Kriterien und Definitionsversuche von Shôjômanga



1. Sind es nur Liebesschnulzen?



"Wird von Mädchen für Mädchen über Mädchen geschrieben..."
Das stimmte vielleicht einmal aber heute nicht mehr. Es gibt genügend Shôjômanga, die männliche Hauptpersonen haben, von Jungs gelesen werden und sogar einige wenige, die von Männern geschrieben werden. Andersrum gibt es genügend Shônenmanga, also "Jungen"Manga, die eine sehr grosse weibliche Fangemeinde haben, viele, die von Frauen gezeichnet oder einige mit einer Frau als Hauptfigur. "Sind halt Liebesgeschichten, egal ob hetero- oder homosexuell... Träume und Fantasien für und von Mädchen, die gerade ihre Libido entdecken..."

Das einzige Shôjômanga, welches hier in Deutschland eingermassen berühmt geworden ist, ist wohl "SAILOR MOON" von TAKEUCHI NAOKO (Kodansya Nakayoshi Comics) ein ziemlich "typischer" Vertreter dieses Genres; aber man kann Sailor Moon wohl kaum als Liebesgeschichte bezeichnen auch wenn die Sailorkriegerinnen für "Liebe und Gerechtigkeit" kämpfen...

Aber um erstmal bei homosexuell zu bleiben, das ist nämlich ganz interessant; bei Shônenmanga gibt es vielleicht mal eine lesbische Geschichte aber bestimmt keine YAOI, während bei Shôjômanga beides vorkommt (aber vorwiegend schwule Geschichten). Das erste Jungenliebemanga "KAZE TO KI NO UTA – DAS LIED VOM WIND UND DEN BÄUMEN" von TAKEMIYA KEIKO erschien 1976. Heute gibt es sogar ziemlich krasse Yaoimagazine (wiederum im Telefonbuchformat), die nur noch harte Sexgeschichten zeigen. Früher wurden solche nur in privaten Dôjinshi abgedruckt.

Vielleicht ist der Grund für die Beliebtheit dieser Yaoimanga der, dass man in einer heterosexuellen Liebesgeschichte neben den schönen Männern immer zumindest eine "störende" weibliche Person hat, während man in einer homosexuellen nur schöne Männer hat. Wie auch immer, um auf das Vorurteil von oben zurückzukommen: Shôjômanga sind nicht nur Liebesgeschichten. (Meine Beispiele werden zeitlich durchgemischt sein.



Es gibt z.B. folgende Genres:

Lovestorys

z.B: "TSUKI NO YORU HOSHI NO ASA – MONDNACHT STERNE AM MORGEN" von HONDA KEIKO ( Ribon Mascot Comics); "MANATSU NO KOIBITO – MANATSUS LIEBHABER" von TAKADA RIE ( Flower Comics)
(es sind beides Liebes-Schul-Basketball-Erfolgsgeschichten; das erstere aus den 80ern das zweite aus den 90ern)

Historienromane (s.o.)
Action (s.o.)
Fantasy (s.o.)
Schulgeschichten


z. B: " HANA YORI DANGO - LIEBER JUNGS ALS BLUMEN" von KAMIO YOKO (Margaret Comics)
Mädchen aus ärmlichen Haus wird auf eine Super-Luxus-High Society-Schule geschickt und versucht sich dort durchzuschlagen. Sehr witzige Story.

"TENSHI NANKAJANAI – WIR SIND KEINE ENGEL" von YAZAWA AI (Ribon Mascot Comics)
Es geht um die erste Generation von Schülern einer neuen High School, v.a. um die 5 aus der Schülerverwaltung, sehr netter Schul-alltag-drama-comedy-lovestory-mix

"HUSH!" von MATSUNAE AKEMI (Bouquet Comics)
Turbulente Schulcomedy um Sôjirô (bei einem Seitensprung entstandener Sohn des alten Rektors eines Internats), Kotori (Tochter von Kunst Lehrer Ushiroku), ihre Mutter, seine eigenartige Familie, noch seltsamere Freunde, etc.

Horror

z.B: "RINGU – RING" von ICHINO HARUMI (Asuka Comics)
Fantasy-Horror mit teils bizarren Monstern

"YAMI WA TSUDOU – DIE DUNKELHEIT VERSAMMELT SICH" von MATSUMOTO YOKO (Kodansya Nakayoshi Comics)
Niedlich gezeichnete Episoden um den Wächter zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Nachdem er sich die Geschichten der jewiligen "Toten" angehört hat, lässt er sie entweder zurück ins Leben, schickt sie ins "Jenseits" oder ... die hungrigen Geister der Zwischenwelt muss man ja auch irgendwie bei Laune halten.

Gag (Comedy)

z. B: "MIESUGICHATTE KOMARUNO – HILFE, ICH SEHE ZU VIEL!" von IKEZAWA SATOMI (Kodansya Comics – Betsu fure)
Mädchen fällt aus dem Fenster, wird von einem Bonzaitopf am Kopf getroffen, erwacht aus dem Koma und kann plötzlich in die Zukunft sehen, was sie in unmögliche Irrungen und Wirrungen stürzt.

SHIRATORI REIKO DEGOZAIMASU – DARF ICH MICH VORSTELLEN, SHIRATORI REIKO" von SUZUKI YUKO (Band 1-7: Kodansya mimi KC, durch grossen Erfolg fortgesetzt bei Kodansya Kiss KC (SHIN = NEU vor dem Titel))
Reiko, eigenwillig, verwöhnt, gutaussehend, superreich, egozentrisch...gleichzeitig aber seltsam schüchtern, verwirrt und irgendwie liebenswert(?) doof bringt sich und ihren Freund: Student Tetsuya,bei dem sie sich eingenistet hat, (und alle anderen) in die unmöglichsten und peinlichsten Situationen, aber Schuld sind immer die anderen, oder nicht? Alltagspannen u.ä. auf herrliche Art parodiert

Sport

z.B: "ÊSU WO NERAE – WERDE EIN AS" von YAMAMOTO SUMIKA (Margaret Comics)
Shôjômanga-Klassiker von 1973,Tennisgeschichte

"ÊSU – AS" von SASAKI JUNKO (Ribon Mascot Comics): Volleyball-Erfolgs-story

Babys und Kinder

z.B: "AKACHAN TO BOKU – DAS BABY UND ICH"von RAGAWA MARIMO (Hana to Yume Comics)
nette Alltagsstressgeschichte um den 11jährigen Takuya, seinen Babybruder Minoru und ihren Vater, den Witwer Harumi.

Tiere

z.B: "DÔBUTSU NO OISHASAN – DER TIERDOKTOR" von SASAKI NORIKO (Hana to Yume Comics)
Man begleitet Hamuteru und seine Komilitonen durch ihr gesamtes Tiermedizinstudium. Erheiternd ist v. a. der innere Monolog der vielen Tiere.

Successtorys

z.B: "KATTE NI SHIYAGARE! – MACHT DOCH WAS IHR WOLLT!" von Makimura Satoru (Margaret Comics)
Atsuko, auf dem letzten Sprung eine berühmte Pianistin zu werden, merkt dass das ein Weg ist, der ihr aufgezwungen wurde und gründet eine Rockband...

"NIJINSKY GÛWA" von ARIYOSHI KYOKO (Bouquet Comics)
fein gezeichnete und dramatische Tanz-Liebes(?)-Erfolgsgeschichte um den Choreographen Jean, den Tänzer Patric und den Tanzstudenten Lucifer

Furyô ("verdorbene Jugend"/ "jemand, der auf die schiefe Bahn gerät")

z.B: " RONTAI BABY – LONG TIGHT BABY" von TAKAGUCHI SATOSUMI (Kodansya Comics – mimi KC)
Spielt in den 70er Jahren (ist aber in den 80er/90ern entstanden). Geht um zwei High School Mädchen und ihre Beziehungen zu diversen Gangs, ihren "Hang" zu Schlägereien, ihre Männer, etc. Furyô-Alltag in den 70ern?

Thriller

z.B: Werke von MIYAWAKI AKIKO, wie "KIN TO GIN NO KANON – DER KANON AUS GOLD UND SILBER" (Seventeen Comics)
Die hochbegabte und gutaussehende Masumi versucht ihrem furchtbaren Alltag zu entfliehen (Stiefvater ist ein Säufer, Stiefbruder hat sie vergewaltigt, sie sind arm und sie könnte nicht weiter Klavier spielen,...) und stolpert in eine superreiche Familie mit nicht so begabter aber herzensguter auch klavierspielender Tochter in ihrem Alter. Masumi weiss was sie will und schreckt vor nichts zurück. "No one’s gonna stop me, no matter what"-story.

UNMEI NO KOIBITO – VOM SCHICKSAL BESTIMMTE LIEBE" (Young You Comics)
Lehrer Kagami entpuppt sich als Psychopat. Er ermordet einen Spanner, der heimlich Fotos von Mio, einer seiner Schülerinnen, gemacht hatte. "Ich habe es für Dich getan..." Kagami entführt sie und hält sie im Keller seines Hauses gefangen. "Dieser Raum und die Fussfesseln sind nur für so lange bis Du erkennst, dass wir füreinander bestimmt sind."...

Sience Fiction Kaiki (Okkultes, Mystisches, Paranormales, zum Teil auch Horror)

z.B: so ziemlich Alles von WATARI CHIE, wie "WATASHI GA KIETA – ICH BIN VERSCHWUNDEN" oder
"IJIGEN KARA NO TAYORI – NACHRICHTEN AUS EINER ANDEREN DIMENSION": Kurzgeschichten über paranormale Erlebnisse,
"HAROWÎN DENSETSU – HALLOWEEN SAGA": Horrorgeschichte um einen Fluch, eine Hexe, die seit Jahrhunderten wiederkehrt, und einen jungen Mann, der als Kind als einziger der Familie den Fluch überlebt hatte und seitdem den Kampf gegen das Böse angetreten ist und seine psychischen Kräfte trainiert hat.. (Kodansya Comics – Furendo)



Diese ganzen Kategorien können und werden dann, wie man teilweise schon sehen kann untereinander gemischt. Gehen wir nochmal zu den Liebesgeschichten zurück. Der typische Aufbau sind natürlich Dreiecks- oder Vierecksbeziehungen. Je länger das Rensai desto komplizierter werden die Geschichten natürlich.

Beispiel "MARMALADE BOY" von YOSHIZUMI WATARU (Ribon Mascot Comics), wo sich Dreiecke und Vierecke nur so häufen. Angefangen bei den Eltern der Hauptperson Miki: Ihre Eltern lassen sich scheiden und heiraten überkreuz mit einem anderen frisch geschiedenen Paar. Dieses Paar hat natürlich einen Sohn (Yû), in den sie sich verliebt. Gleichzeitig gibt es da aber noch Ginta, an dem sie in der Junior High interessiert war, der aber jetzt erst anfängt Interesse zu zeigen. Dann taucht natürlich noch Yûs Ex-Freundin auf usw.usw. Dieses Manga ist regelrecht ein Geometrieunterricht.

Inhaltlich kann man bei den meisten Shôjômanga sagen, dass sie wohl meist mehr gefühlsbetont sind als Shônenmanga. Ein Rensai könnte sich ewig hinziehen (zumindest bei Liebesromanen), ohne dass aktiv wirklich etwas passiert und sich nur um Alltag und Gefühlswelt drehen.

Beispiel "MABATAKI MO SEZU – OHNE EIN BLINZELN" von TSUMUGI TAKU (Margaret Comics): Es geht um das Leben von Kayoko, einem Mädchen vom Lande, ihre Schule, ihre erste Liebe, ihre Gefühle, das Erwachsenwerden,...Hier ist der gesprochene (sehr nett, da Dialekt) Text eigentlich ziemlich unwichtig. Viel mehr Gewicht ist auf dem inneren Monolog, der Mimik und Gestik, den Landschaften,...der Symbolik.

Vielleicht noch kurz zu den Figuren. An "Yûkan Kurabu" oder "Karin" z.B. sieht man, dass es manchmal viele Hauptpersonen geben kann. Oftmals sind diese aber noch äusserst kompliziert und vielseitig miteinander zusammenhängend.

Beispiel "BOKU NO CHIKYÛ WO MAMOTTE – RETTET MEINE ERDE" von HIWATARI SAKI (Hana to Yume Comics). Dies ist eine komplizierte Sience Fiction-Fantasy Geschichte, mit teils romantischen Episoden. Es handelt sich hier um 7 Hauptpersonen (5 Jungs und 2 Mädchen). Das ist ja eigentlich gar nicht so viel, aber es geht auch um deren Vorleben als Humanoide (damals waren es 4 Männer und 3 Frauen), die nicht von unserer Erde stammen. Kompliziert durch Zeit-,Ort- und Identitätswechsel aber ganz interessant wenn man erst durchsteigt.

Als Menschen auf der Erde wiedergeboren, finden sie sich irgendwann wieder und fangen langsam an ihre Fähigkeiten wieder zu entdecken und Erinnerungen wieder zu erlangen. Die Geschichte hüpft dann auch zeitlich oft zurück zum Leben auf ihrem Planeten, ihrer Abreise zu Forschungszwecken, ihrem Leben auf der Station, etc. etc.

Eine amüsante Art mit ihren Hauptfiguren umzugehen hat z.B. IKENO KOI, Zeichnerin von "TOKIMEKI TONIGHT – HERZKLOPFEN HEUTE NACHT" (Ribon Mascot Comics). Das Rensai umfasste 30 Bände und die Hauptperson wechselt hierin drei Mal. Die Geschichte dreht sich zuerst um Ranze, einem "ganz normalen" Mädchen, abgesehen davon, dass ihr Vater ein Vampir und ihre Mutter ein Werwolf ist und beide aus dem Reich der Magie stammen. Sie erlebt in der Menschenwelt und dem Magiereich die verschiedensten Abenteuer.

Die Nachfolge treten Ranzes jüngerer Bruder und seine Freundin an. Danach ist die Hauptperson Ranzes Tochter. Diese Wechsel sind wohl darauf zurück zuführen, dass die Fans es erstens nicht wahrhaben wollen, dass das Rensai vorbei ist, aber der Hauptgrund liegt wohl einfach darin, dass die Hauptpersonen einfach zu alt werden und schon alle möglichen Unmöglichkeiten bestanden und vielleicht sogar schon geheiratet haben. So suchte man sich schlicht Jemanden jüngeres.


"Ein Junge würde so etwas nie lesen... " und "Shôjômanga sind nur für Mädchen, Shônenmanga nur für Jungs! Sieht man schon am Inhalt..."

Das hatten wir so ähnlich oben schon einmal. Aber vielleicht sollte ich ein Beispiel angeben: Ich sage nur "CLAMP". Das ist eine Gruppe von Künstlerinnen, die seit Ende der 80er Jahre Shôjômanga produziert, die auch beim männlichen Publikum sehr gut ankommen. Beispiel: "X" (Asuka Comics) (Endzeit-Action-Drama)

Die Werke von HÔJÔ TSUKASA dagegen waren sehr beliebt beim weiblichen und älteren Publikum. Anfang der 80er Jahre erschienen im Magazin SHÔNEN JUMP die ersten Folgen von "CAT’S EYE" (insgesamt 18 Bände). Niemand hatte erwartet, dass plötzlich alle Bücherläden von Mädchen gestürmt werden, die dieses Jungen-"Telefonbuch" monatlich haben wollten. Cat’s Eye handelt übrigens von drei Schwestern, die ein Cafè führen und nebenbei Kunstdiebe sind und von den Polizisten, die auf sie angesetzt sind. Einer von ihnen ist der Verlobte von einer der Diebinnen, und sie tun es ja auch nicht wegen des Geldes sondern sie haben andere Gründe...

Auch nachdem ab 1986 Hôjôs neues Rensai "CITY HUNTER" (insgesamt 35 Bände) begann und diese nun einen männlichen Hauptakteur (einen Berufskiller/Detektiv/ Bodyguard etc.einem "Sweeper", wie er sich selbst nennt. Er "säubert" die Stadt von "Unrat".) hatte, hat es dem Erfolg nicht geschadet, im Gegenteil. Man vermutete vorher, dass Cat’s Eyes Erfolg mit den weiblichen Hauptpersonen als Identifikationsfiguren für Mädchen zutun hatte. Aber allein daran lag es wohl doch nicht.

Shôjô- und Shônenmanga sind heute nur noch zum Teil richtig zielgruppengerichtet und auch nicht unbedingt nur für Jüngere gedacht. Viele der Manga, die ich hier angegeben habe werden mit Begeisterung auch von Erwachsenen gelesen.


2.Kriterien der Zeichenart


"Die Figuren sehen meist sehr unjapanisch und eher westlich aus. Sie haben riesige bis monströs gigantische Augen, in denen Sterne blinken. Ihre Arme sind lang, die Beine dünn und haben Überlänge. Im Hintergrund sind immer Blumen."
All dies war vielleicht mal so. Aber heute stimmt das nicht mehr so ganz. Sicher sind die Augen einer Mangafigur (v.a. einer weiblichen) teils immer noch recht gross aber das ist kein Kriterium mehr. Die Proportionen stimmen mehr und Blumen im Hintergrund sieht man auch nicht mehr so häufig.

Solche Unterschiede sind ganz witzig zu beobachten, wenn man die Werke einer Person, die schon länger im Geschäft ist, vergleicht. (z.B. Ichijô Yukari. Ihr Zeichenstil hat sich seit sie Ende der 60er Jahre angefangen hat natürlich wirklich drastisch verändert.) Was im Zeichenstil aber immer noch sehr auffällig ist, ist die Raumaufteilung. Es gibt angeeckte, abgeschrägte, breite und schmale,lange und kurze und sonstigartige Bildkästchen (wenn überhaupt). Diese laufen dann teilweise kreuz und quer, übereinander, neben- und hintereinander über die Seite. Es gibt auch keine Standardreihenfolge. Daneben gibt es Bilder, die ganze zwei Seiten in Anspruch nehmen und eigentlich nur in der Mitte ganz klein etwas zu sehen ist...

Na ja, man sieht dann schon wo es weitergeht. Das ist eines der Sachen, die sich gehalten haben. (Sind aber natürlich auch nicht in jedem Manga anzutreffen. Aber wesentlich häufiger als in Shônenmanga.) Inhaltlich haben sich die Shôjômanga auch sehr verändert.

Wenn wir wieder zum Paradebeispiel Liebesroman gehen war häufig das Happy End eine Weisse Hochzeit. Heute kommt so was kaum, wenn überhaupt noch, vor.



Werden Mädchenmanga "erwachsen"?
Teils schon. Aber es gibt ja noch die sogenannten Ladies Comics. Hier ist die Betonung kaum auf der Story, wenig auf wahrer Liebe oder echten Gefühlen sondern schlicht auf Lust und Sex. Meist sind diese Comics richtiggehend heavy, denn sie gehen eigentlich fast nie (soweit ich weiss,) um "normale" Paare oder "normalen" Sex: SM, diverse Orgien, Vergewaltigungen, Inzest,das alles und noch mehr...

Es gibt ja in Japan auch Pornomanga für Männer, aber angeblich sind die Ladies Comics viel härter. Im Gegensatz dazu gibt es dann die Geschichten über Hausfrauen (z.B. "SAKURANBO MONOGATARI – CHERRY STORY" von TACHIHARA AYUMI (Kodansya BLKC) oder OL = Office Ladies. Erzählungen über den Alltag und seine Sorgen und Freuden. Meist ganz nett aber nicht unbedingt sehr herzergreifend oder sonderlich spannend, wie man sich vorstellen kann.

Nun sind wir aber im Endeffekt genauso schlau wie vorher. Vielleicht sollte man sagen, dass es keine allgemein gültigen Kriterien oder gar Definitionen (mehr?) gibt.

Shôjômanga gehen mit der Zeit mit. Man kann sie oft als eine Art In/Out-messer benützen bezüglich Mode oder Sprache. Sie werden sehr schnell und stark von aussen beeinflusst, z. B. von Film, Fernsehen, Nachrichten, sogar Politik etc., Manga greifen frühzeitig Themen aus dem Zeitgeschehen (teils auch Tabuthemen) auf und verzerren und parodieren sie manchmal aber spiegeln oft im Groben und Allgemeinen die Gesellschaft in der sie entstehen und die Jugendkultur ihrer Zeit, auf ihre eigene Art wider.

Oftmals bestimmen sie durch ihre Inhalte, Sprache, Kleidung etc. eine Mode. Ausserdem hat die Leserschaft in Japan die Möglichkeit sich vollkommen mit Merchandise von seinem Lieblingsmanga einzudecken. Nicht nur mit den üblichen Schreibutensilien, Kleidung oder Taschen etc. sondern je nach Beliebtheitsgrad des Manga, mit einfach Allem was man sich vorstellen kann.

Darüberhinaus gibt es zu den meisten Shôjômanga nicht nur Animes oder Filme sondern man kann sie auch als CD-Book, d.h. als Hörspiel oder als Computerspiel erwerben. Für diejenigen, die keine Manga mögen oder einfach alles haben müssen oder was weiss ich für wen gibt z.B. der Cobalt Pinky Verlag die geschriebenen Romanfassungen zu Shôjômanga heraus. Diese erfreuen sich grosser Beliebtheit aber sie sind bestimmt nicht dazu bestimmt die Originale zu verdrängen, oder so... Es würde nicht funktionieren!! (-:

THE END

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