Comic Radio Show

Will Eisner, RIP (1917-2005)

Nachrichten / Biographisch
geschrieben von jochen am 05.01.2005, 19:12 Uhr

Cover: Spirit, the new Adventures

Der Spirit stirbt nie!


Will Eisner verstarb am 3. Januar 2005 im Alter von 87 Jahren nach einer mehrfachen Bypass-Operation.

Mehr Information wird es in den nächsten Tagen auf www.willeisner.com [1] geben.

Herzliches Beileid an die Familie.

Für mich war Will Eisner einer der ganz großen Comic-Künstler und Vorreiter des Genres. Er war mit ein Grund, warum ich so gerne Comics lese!
Ein großer Verlust für die (Comic-)Welt und auch für mich.
(Markus Gruber, Chefred. ComicRadioShow.com)

Und hier ein Nachruf von Cristian Gasser NZZ:

Von Kakerlaken, Menschen und Gott


Zum Tod des amerikanischen Comic-Autors Will Eisner

Will Eisner war einer der wichtigsten Zeichner und Autoren der Comics-Geschichte. Berühmt gemacht hatte ihn die Serie «The Spirit», später prägte er die sogenannte Graphic Novel. Der Amerikaner ist am Montag im Alter von 87 Jahren gestorben.

Bis zu seinem Tod suchte Will Eisner sein Studio Tag für Tag auf und arbeitete an neuen Projekten. Im vergangenen Jahr sorgte er mit «Fagin the Jew» für Aufsehen - er zeichnete die Lebensgeschichte des üblen Mentors aus «Oliver Twist» und betrachtete dabei nicht nur Dickens' London aus der Perspektive der unterprivilegierten jüdischen Minderheit, sondern reflektierte auch mit hintergründigem Humor, wie antisemitische Stereotype in der Kultur entstehen, sich verhärten und tradiert werden. Zuletzt arbeitete er an einer mit grosser Spannung erwarteten Umsetzung der «Protokolle der Weisen von Zion», jenes fiktiven und propagandistischen «Dokuments» aus dem späten 19. Jahrhundert, das eine jüdische Verschwörung zur Weltbeherrschung aufzudecken vorgab - und den mörderischen Antisemitismus des 20. Jahrhunderts stark beeinflusste. Kein Zweifel, nach einer siebzig Jahre umspannenden Karriere hatte es Will Eisner als 87-Jähriger noch einmal geschafft, sich als Comic-Autor neu zu erfinden und dem Comic neue inhaltliche Ausdrucksmöglichkeiten zu offenbaren.

Kaum ein anderer Comic-Autor hat die amerikanische Comic-Kultur so geprägt wie Will Eisner. Am 6. März 1917 als Sohn jüdischer Einwanderer geboren, lernte er als Zeitungsjunge nicht nur die Strassen New Yorks, sondern auch die klassischen Comicstrips der zwanziger und dreissiger Jahre kennen. Als er selber Mitte der dreissiger Jahre Comics zu zeichnen begann, war ihm bewusst, «dass Comics eine eigenständige literarische Ausdrucksform bilden. Im Gegensatz zu den meisten meiner Kollegen betrachtete ich den Comic als die Ausdrucksform meines Lebens.»

Der komplette nachruf findet Ihr hier: http://www.nzz.ch/2005/01/07/fe/page-articleCI5K9.html

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