Der Fliegende Holländer
[1] Nach den absonderlichen "wissenschaftlichen Untersuchungen" eines Barons auf einer Insel vor der Küste der Bretagne, nach den "Hexereien" in einem Dorf in der Auvergne, wo der Held Jean-Baptiste Poulain sich jeweils mit grauenhaften Verbrechen konfrontiert sah, stellt er sich im neuesten Abenteuer den Herausforderungen der Seefahrt: dem Ozean, den Stürmen, den Katastrophen, aber auch den Geistern und Legenden der Seefahrer.
Der Marquis von Anaon, alias Jean-Baptiste Poulain, lernt auf einem Empfang in Frankreich eine junge spanische Gräfin kennen. Poulain muss sich soeben gegen Anfeindungen der Ärzteschaft zur Wehr setzen. Dieses macht er sehr geschickt mit Worten, denn in der High Society hat das Wortduell das Florettduell ersetzt.
Die Gräfin bitte ihn nicht nur für sie zu arbeiten sondern ihr auch nach Spanien zu folgen. Poulain nimmt das Angebot gerne an. Die Reise scheint zunächst normal zu verlaufen, doch dann gerät das Schiff in einen Sturm. Plötzlich kreuzt unerwartet ein führerloses Geisterschiff den Kurs und nur mit viel Mühe kann eine folgenschwere Kollision verhindert werden. Doch das ist nur ein Aufschub des Schicksals, das auf die Manschaft der "Armorique" und ihr Passagiere wartet.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Geisterschiff um die "Providence" handelt. Bei der Untersuchung des Wracks stößt man jedoch nur auf Leichen, darunter die eines Sklaven-Händlers, dessen Wirbelsäule gebrochen ist. Kurz nach der Untersuchung des Wracks breitet sich auf Poulains Schiff eine seltsame Krankheit aus, die rasend um sich greift und nach Fieber, Halluzinationen und Krämpfen rasch zum Tode führt. Die Matrosen sehen darin ein Werk des Teufels …
Szenarist Vehlmann greift die Idee vom "Fliegenden Holländer" auf, verändert sie jedoch geschickt für seine Zwecke. Ein Wrack kreuzt den Kurs des Schiffes, auf dem Jean-Baptiste Poulain, genannt "Der Marquis von Anaon", gerade im Begriff ist, nach Spanien zu reisen. Das führerlose Schiff bringt den Tod, denn eine Epidemie hat ihre gesamte Besatzung dahingerafft.
Die Schiffsreise nach Spanien ermöglicht es Vehlmann, die Szenarie für seinen Helden stark zu verändern. Das Drehbuch ist brillant. Die Geschichte folgt seinem Rhythmus und hält den Leser in Atem: Das Album liest man unweigerlich in einem Zug durch.
Die Zeichnung von Bonhomme lassen deutliche Fortschritte erkennen: Die Figuren sind besser herausgearbeitet, die Farbgebung ist stimmig, teilweise sehr gut und unterstreicht, wo nötig, die düstere und geheimnisvolle Stimmung.
Der erste Band dieser Reihe war bereits gelungen. Beim zweiten Band spürte man bereits, dass die Autoren ihre Figur immer besser inszenieren. Das Tempo war gefunden. Der dritte Band der Marquis-Reihe, ein Seefahrerabenteuer, das irgendwo zwischen "Der Rote Korsar" und "Isaac der Pirat" anzusiedeln ist, ist das bisher beste Album der noch jungen Serie.
Der Marquis von Anaon 3: Das Geisterschiff
von Bonhomme & Vehlmann
SC, 52 Seiten, farbig, mit vier Einleitungsseiten
Salleck-Publications, 12,90 €
ISBN 978-3-89908-237-1
Der Marquis von Anaon 3 kannst Du gerne hier [2] kaufen.
Der Marquis von Anaon 1 kannst Du gerne hier [3] kaufen.
Der Marquis von Anaon 2 kannst Du gerne hier [4] kaufen.
© Abbildungen: Salleck Publications + Autoren
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