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Jessica Jones Megaband: Das letzte Kapitel :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!  
20.08.2019, 15:53 Uhr
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geschrieben von StefanS am Mittwoch, 22. August 2018 (590 Aufrufe) druckerfreundliche Ansicht

Ein visuell beeindruckendes Superhelden-Detektiv-Sammelsurium


Jessica Jones Brian Michel Bendis has left the building, um mal eine Anlehnung an Superstar Elvis Presley zu verwenden. Der Autor hinter „Rockstar“ Jessica Jones wechselte von Marvel zu DC und beschert uns mit einem über 400-seitigen Megaband einen insbesonders optisch sehr schönen Abschluss. Wer die Netflix-Serie mag, aber bisher noch keinen der Comics gelesen hat, dürfte allerdings mitunter etwas durch die Handlung stolpern.

Jessica Jones ist frisch aus dem Gefängnis entlassen. Nun hat sie, wie ihr Ehemann Luke Cage, ebenfalls eine Knast-Vergangenheit vorzuweisen. Wessen Leben nun aber das schwierigere war, ob das von Cage, mit einer Kindheit im Ghetto, oder Jones als Waisin, diskutieren die jungen Eltern und sorgen damit für einen der immer wieder aufblitzenden humorvollen Momente in diesem insgesamt eher düsteren, traumartigen Comic. Die Handlung arbeitet sich sprunghaft voran, erst geht es um SHIELD und Hydra und am Ende kehrt der Gedankenmanipulierer Killgrave zurück – der völlig anders als in der TV-Serie ein purpurhäutiger Mutant ist. Zwischendurch tauchen immer wieder Superhelden und -schurken auf, Jessica plagt die Frage, ob Figuren wie Maria Hill ein Roboter ist und testet dies mit einer Urinprobe direkt in einem Café – eine weitere sehr amüsante Szene. Außerdem wechseln die Bilder von einem dunklen, fotorealistischen Zeichenstil zu Szenen in der Machart alter Marvel-Comics aus den 1960ern oder es wird ein Independent-Look bemüht. Des weiteren wird immer wieder zwischen Splashpages und einfacher Seitenaufteilung hin und her geschaltet, ellenlange Sprechblasen erfordern Konzentration und Muße vom Leser.

Jessica Jones

Etwas aufgelassen ist dieser Comic, vor allem nimmt er sich zu wichtig. Wenn dann Bendis auch noch im Nachwort von der Bedeutung seiner Kreation schwärmt, wirkt das etwas überzogen. So komplex ist Jessica Jones nicht, vielmehr das typische Klischee einer Privatdetektivin mit Alkoholproblem und emotionalen Defiziten, die bei Raymond Chandler wenigstens ironische Überzeichnungen der schnell hingeschriebenen Groschenromane mit ihren simplen Storys waren. Unterhaltsam ist die Figur aber allemal. Sehr schön ist das letzte Heft dieses Laufs, darin erlebt Jones einen für sie perfekten Tag: Sie kann einen Fall auflösen, hilft damit wirklich einer Klientin weiter, wird, wie vereinbart, dafür bezahlt und anschließend fliegt mal nicht ihr Büro in die Luft oder die Welt geht unter.

Im Vergleich mit dem Comic wirkt die Netflix-Serie reifer, realistischer und relevanter. Was der Comic aber sehr gut schafft, ist es die Möglichkeiten dieser Kunstform auszuschöpfen. Auch wenn es etwas mühsam ist, sofort zu erfassen, ob die aufgeblätterten Seiten nun als Splashpage oder als einzelne Seiten gelesen werden sollen und man sich ohne Vorwissen etwas verlorenen fühlt (sind diese abrupt einsetzenden Superheldenszenen Traumsequenzen wie in „Moon Knight“?), egal, es macht Spaß, diesen Comic zu lesen. Vor jedem Kapitel folgen Cover und Alternativ-Cover der US-Ausgaben und gerade dadurch wirkt dieses dicke Buch wie eine große „Jessica Jones“-Vernissage. Was die Heldin da sagt und erlebt ist eher nebensächlich, ist eh immer die selbe Superhelden- und unverstandene-Heldin-gegen-die-böse-Welt-Soße, aber wie es aussieht und präsentiert wird, das ist eine wahre Freude! Schade, dass eine der letzten Szenen nicht weiter ausgeführt wird, als Jessica die Chance hat, die Welt nach ihrer Vorstellung zu verbessern, wenn sie sich dafür entscheiden würde, mit Killgrave zusammen zu arbeiten.

Jessica Jones

Wirklich echt, greifbar und interessant wird Jones in diesem Comic nicht. Verglichen mit der extrem verstörenden ersten Fernsehfolge und weiteren sehr emotionalen Momenten in der Netflix-Serie, fällt es schwer, mit den Comicfiguren mitzuleiden, alles ist eben viel zu offensichtlich künstlich und zu keinem Moment realistisch.



Wertung: 70 %

Jessica Jones Megaband: Das letzte Kapitel
Genre: Superhelden
Enthält die US-Hefte: Jessica Jones (2016) 1-18
Text: Brian Michael Bendis, Robbie Thompson
Zeichnungen: Michael Gaydos, Javier Pulido, Mark Bagley
Übersetzung aus dem Englischen: Bernd Kronsbein
412 Seiten, Softcover, farbig
2018 Panini Comics, 38 Euro


Jessica Jones

LESEPROBE


(c)opyright der Abbildungen mit Freundlicher Genehmigung: Panini Comics 2018
 
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