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Spawn Origins Collection 1 & Spawn 104 :: Comic Radio Show :: Comics erfrischend subjektiv, seit 1992!
09.06.2026, 09:07 Uhr
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geschrieben von StefanS am
Freitag, 10. Mai 2013
(2077 Aufrufe)
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Alan Moore und Frank Miller verhelfen Spawn zu einem erfolgreichen Start
Spawn. Todd McFarlane. Beides sehr geläufige Namen für Comic-Leser. In den 1990ern gab es eine Verfilmung und einen Soundtrack, auf dem Metal-Bands wie Slayer und Metallica auf Elektro-Gruppen wie The Prodigy trafen. Für eine der wichtigsten Gruppen der Neunziger, für Pearl Jam, zeichnete McFarlane das Musikvideo Do the evolution und dann waren da noch die sehr detaillierten Actionfiguren von McFarlane Toys. Mitbekommen habe ich das alles, Spawn selbst beeindruckte mich vor allem zeichnerisch, aber ein eifriger Leser dieser Reihe war ich nie, vielleicht weil ich es lieber etwas heller und positiver mag und Spider-Man bevorzuge. Mit der Spawn Origin Collection Band 1 bietet sich nun allen Neulingen eine super Gelegenheit beim Anfang dieser Serie zu beginnen. Im Selbstversuch habe ich außerdem getestet, ob ein Einstieg in die aktuellen Hefte, in Nummer 104 vom April 2013 ohne weiteres funktioniert.
Seit 1992 gibt es Spawn. Die ersten zwölf Hefte von Spawn in einem schicken Hardcover zu bekommen ist ein erstes gutes Argument für die Origins Collection. Und als würde das noch nicht reichen, gibt es obendrauf noch Geschichten von Alan Moore, Frank Miller, Neil Gaiman und die Ausgabe Nummer 10, für die Dave Sim extra ein Vorwort geschrieben hat. Die letztgenannte Episode verursachte einige Querelen, wohl ums liebe Geld, wie Sim erläutert und fehlte bei den Reprints bislang, obwohl sie so toll sei, wie sich ihr Verfasser selbst lobt - was wiederum nicht unbegründet ist, denn tatsächlich besticht besonders diese Geschichte durch ihre originelle Herangehensweise - besonders eine Szene bleibt dabei in Erinnerung: Helden von Marvel und DC im selben Comic, zumindest deren Hände. Das ist grandios! Aber auch Alan Moore, Frank Miller und Neil Gaiman schaffen es der Figur Spawn und ihrer Welt wichtige Details hinzuzufügen.
Als Bonusmaterial gibt es eine Cover-Galerie, Skizzen und Äußerungen von Todd McFarlande, etwa aus einem Interview mit Millarworld. Anders als die Figuren der großen Verlage DC Comics und Marvel könne seine Schöpfung Spawn immer etwas weiter gehen als etwa Batman, den er sehr schätzt, so beschreibt McFarlane eine Besonderheit seines wieder auferstandenen Al Simmons alias Spawn. Anders als etwa bei Iron Man oder Spider-Man enthält nicht gleich ein Heft die gesamte Herkunftsgeschichte. Heft für Heft erfahren die Leser mehr über den Kämpfer, der sich nicht so leicht ins Schema Gut und Böse einsortieren lässt, amüsanterweise wird das Denken in Schwarz-Weiß-Mustern hier noch in einem anderen Zusammenhang aufgegriffen, aber das sollen Neulinge lieber selbst entdecken.
In den Neunzigern verkauften sich die Spawn-Hefte millionenfach, so schreibt es Sim. Warum eigentlich? Ist Spawn wirklich so originell und so bemerkenswert? Ist er nicht eine Mischung aus Altbekanntem, eine Mischung aus Batman, Spider-Man und Venom? Tatsächlich wird McFarlanes Versprechen, dass Spawn so viel grenzenloser als andere Mainstream-Superhelden sein kann, in den ersten zwölf Heften nicht allzu sehr ausgereizt. Spawn hat Superkräfte - alter Hut. Spawn ist in einer düsteren Großstadt unterwegs - auch nichts Besonderes. Er liebt eine Frau, mit der er aber nicht zusammen sein kann - nicht neu. Was auffällt: Spawn trägt seine Maske, weil er ein völlig entstelltes Gesicht hat, er lebt nicht abgeschottet in einem Versteck, sondern offen unter Obdachlosen - eifrige Fans werden anderes aufzählen können, was diese Figur so besonders und reizvoll macht. Ein Grund für den Erfolg dürften sicherlich die grotesken Widersacher sein, wie der Violator (ein kleiner, fetter Clown, der sich in ein krasses Monster verwandeln kann). Die Gewalt wirkt, aus heutiger Sicht, nicht besonders extrem, The Walking Dead oder ein typischer Garth Ennis sind blutrünstiger. Zum überzeugten Fan hat mich die Origin Collection nicht gemacht, aber eine überdurchschnittlich interessante Lektüre war es doch - das Vorurteil allerdings ist geblieben: das mit Abstand interessanteste sind die Zeichnungen!
Sprung in die Gegenwart. Spawn 104 aufgeschlagen. Eine knappe Zusammenfassung verrät, dass es inzwischen nicht mehr um den ursprünglichen Spawn Al Simmons geht, sondern um einen gewissen Jim. Gezeichnet hat nicht mehr Todd McFarlane, sondern Szymon Kudranski. Anders als bei der Origins Collection 1 wirken die Bilder nun fotorealistisch: düster, beklemmend und brutal, wie etwa bei Punisher Max. Eine Sache die geblieben ist, sind Figuren wie der skurrile Polizist Twitch. Außerdem werden, nach wie vor, Fernsehsprecher verwendet, um manche Handlungsstränge zu erklären. Humor ist erkennbar, die alten Hefte wirken allerdings wesentlich verspielter und weniger düster. Wirklich folgen konnte ich Spawn 104 nicht, dafür fehlte mir mehr Vorwissen, allzu schwierig sollte es aber nicht sein, sich schnell hineinzufuchsen, irgendwer kämpft immer mit irgendwelchen Ausgeburten der Hölle, so mein Eindruck. Wird sicher seine Leser finden, aber mir ist das zu speziell.
Spawn-Fans der ersten Stunde bekommen mit diesem Band ein schickes Sammelobjekt fürs Regal, Neulinge können endlich unkompliziert und schnell herausfinden, was es denn nun mit dieser Figur auf sich hat.
Wertung Spawn Origins Collection: 80 %
Spawn Origins Collection 1
Autoren: Todd McFarlane u. a., Zeichner: Todd McFarlane, Übersetzer: Bernd Kronsbein,
340 Seiten, Hardcover, Enthält Spawn 1-12; Farbe, image /
Panini 2013, 29,95 Euro
Spawn 104
Autor: Todd McFarlande & Jon Goff, Zeichner: Szymon Kudranski, Übersetzerin: Claudia Fliege, Vorwort und Nachwort von Christian Endres,
52 Seiten, Heft, Farbe, Enthält Spawn 216-217,
image / Panini 2013, 5,95 Euro
Am Besten kauft man sich den Band beim Comichändler seines Vertrauens...jedoch...
Spawn Origins Collection 1 kann man auch gerne hier kaufen.
(c) der Abb. mit freundlicher genehmigung: Image / Todd McFarlane / Panini 2013
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